Online-Casino als Geldwäsche-Risiko
Zahlungen an und von Online-Casinos stehen im besonderen Fokus von Banken und Behörden. Grund: Online-Glücksspiel bietet eine Möglichkeit, illegale Gelder in den legalen Finanzkreislauf einzuschleusen: Geldwäsche.
Täter zahlen beispielsweise Bargeld oder Kryptogewinne ins Casino ein und spielen damit. Ein Teil des Geldes wird verloren, aber die Gewinne werden als „sauberes“ Geld wieder ausgezahlt.
Abschnitt: Ist Online-Glücksspiel in Deutschland legal?
Seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 ist Online-Glücksspiel in Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen legal. Dies gilt allerdings nur bei lizenzierten Anbietern. Wer bei einem nicht lizenzierten Anbieter spielt, geht ein Strafbarkeitsrisiko ein. Darüber hinaus können Gewinne aus illegalem Glücksspiel selbst als Erträge aus einer Straftat eingestuft werden. Die Weiterleitung oder Einzahlung auf ein Bankkonto kann dann wiederum den Tatbestand der Geldwäsche nach § 261 StGB erfüllen . Das Risiko einer strafrechtlichen Verfolgung besteht also auf zwei Ebenen: beim Spielen selbst und beim Umgang mit den Gewinnen.
Droht eine Strafbarkeit, wenn ich nichts gewonnen, sondern nur verloren habe?
Auch wenn unter dem Strich die Gewinne geringer waren als die Einsätze, können ausgezahlte Gelder von den Strafverfolgungsbehörden als "Erträge" angesehen werden. Entscheidend ist unter Umständen nicht, ob der ursprüngliche Einsatz höher war als der Gewinn, sondern ob die ausgezahlten Gelder aus einer Straftat stammen. Wer etwa an einem illegalen Pokerturnier teilnimmt, 10.000 € einsetzt und 8.000 € "gewinnt", hat zwar wirtschaftlich betrachtet 2.000 € verloren. Die ausgezahlten 8.000 € werden von den Strafverfolgungsbehörden jedoch oftmals dennoch als Erträge aus einer Straftat angesehen, nämlich der Teilnahme an illegalem Glücksspiel. Wer diese Gelder anschließend auf ein reguläres Bankkonto einzahlt oder weiterleitet, setzt sich einem Strafbarkeitsrisiko aus.
Bank sperrt Konto wegen Online-Casino
Immer häufiger berichten Mandanten: „Meine Bank hat mein Konto gesperrt wegen Online-Casino-Zahlungen.“ Der Hintergrund: Banken sind nach dem Geldwäschegesetz verpflichtet, verdächtige Transaktionen zu melden und notfalls sofort ein Konto zu sperren. Verdächtig sind insbesondere:
- Regelmäßige Einzahlungen auf Online-Casino-Konten,
- ungewöhnlich hohe Summen im Verhältnis zum Einkommen,
Eine Kontosperre führt oft dazu, dass Betroffene über ihr Guthaben nicht mehr verfügen können – teilweise über Wochen oder Monate. Hinzu kommt, dass Staatsanwaltschaften beim Vorwurf der Geldwäsche in sehr kurzer Zeit einen sogenannten "Vermögensarrest" erwirken. In Höhe eines bestimmten Betrages werden dann Vermögenswerte des Beschuldigten (in der Regel: Kontoguthaben) "eingefroren. Betroffene erfahren von diesem Vorgang in aller Regel erst einmal nichts und erfahren vom Vermögensarrest erst dann, wenn eine Kontopfändung erfolgt ist.
Online-Casino: Weitere strafrechtliche Folgen
Neben der Kontosperre droht ein Ermittlungsverfahren wegen Geldwäsche (§ 261 StGB). Schon die Teilnahme am Zahlungsverkehr mit Online-Casinos kann den Verdacht begründen, dass Geld aus illegalen Quellen stammt oder verschleiert werden soll. Insbesondere wenn um hohe Einsätze gespielt wird, die aufgewendeten Geldsummen aber in Missverhältnis zu den Einkünften stehen, kommt dieser Verdacht auf. Beispiel: Es werden regelmäßig hohe Summen als Einsatz eingezahlt, tatsächlich wird aber nur ein äußerst geringes Einkommen erzielt. Hierbei lassen die Ermittlungsbehörden häufig außer Acht, dass Personen in vielen Fällen Darlehen zum Spielen aufnehmen oder bei Suchtproblematik weite Teile ihres Einkommens zum Spielen einsetzen. Weiterhin ist insbesondere bei professionellen Pokerturnieren das Spielen mit Fremdeinsätzen (sog. "Staking") verbreitet.
Was tun, wenn die Bank das Konto sperrt?
- Keine unüberlegten Aussagen gegenüber Bank oder Polizei.
- Wenn Sie eine Vorladung wegen Geldwäsche erhalten haben: Sofort Anwalt kontaktieren.
Fazit
Die Sperrung eines Bankkontos wegen Online-Casino-Zahlungen ist für Betroffene ein schwerer Eingriff: Sie verlieren kurzfristig den Zugang zu ihrem Geld und geraten oft unter Geldwäscheverdacht.
In dieser Situation gilt: Ruhe bewahren, keine Aussagen machen, sofort anwaltliche Hilfe einschalten. Ein erfahrener Strafverteidiger prüft die Vorwürfe und setzt sich für die Einstellung des Ermittlungsverfahrens ein.
Der Autor Jonas Meese ist Rechtsanwalt bei NEMO Strafverteidiger. Die Kanzlei sitzt in Hamburg und vertritt bundesweit Mandanten auf dem Gebiet des Strafrechts. Jonas Meese verfügt über mehrjährige Erfahrung als Strafverteidiger und bereitet als Dozent für Strafrecht Juristen auf ihr Staatsexamen vor.
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