Portraitaufnahme von Rechtsanwalt Jonas Meese in schwarz/weiß
Jonas Meese
17.06.2026
·
0 Min.
Lesedauer

Geldwäsche

Das Wichtigste in Kürze:

  • Auch eine Person, die unbewusst Geldwäsche begangen hat, kann sich strafbar machen.
  • Besonders häufig sind Beschuldigte einer Geldwäsche Menschen, die selbst auf einen Betrug hereingefallen sind.
  • Wenn Sie als Beschuldigter eine Vorladung wegen Geldwäsche erhalten haben, läuft ein Strafverfahren gegen Sie. Lassen Sie sich sofort von einem Anwalt für Strafrecht beraten.
  • Die Strafe für Geldwäsche reicht von Geldstrafe bis zu mehrjährigen Freiheitsstrafen.
  • Genauso wichtig wie die Höhe der Strafe für Geldwäsche: Es droht eine Einziehung des Geldes, das weitergeleitet wurde. Dies gilt auch dann, wenn Sie das Geld gar nicht mehr haben.
Strafverteidigung beim Vorwurf Geldwäsche

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Inhaltsverzeichnis

Wer ist von einem Geldwäsche-Vorwurf betroffen?

Viele unserer Mandanten, die eine Vorladung wegen Geldwäsche erhalten, sind überrascht, da sie keine kriminellen Absichten hatten. Besonders oft betroffen sind:

In vielen dieser Fälle haben die Betroffenen unwissentlich Geldwäsche begangen. Auch ohne Vorsatz kann solches Verhalten zu einer Strafbarkeit wegen Geldwäsche führen, wenn Ihnen Leichtfertigkeit vorgeworfen wird.

Was ist Geldwäsche?

Viele fragen sich: Was ist Geldwäsche überhaupt? Rechtlich gesehen bedeutet Geldwäsche, die Herkunft illegal erworbener Gegenstände zu verschleiern. Zu diesen „Gegenständen“ zählen:

  • Bargeld,
  • Bankguthaben, sogenanntes „Buchgeld“ bzw. Überweisungen,
  • Kryptowährungen (mehr unter Krypto Geldwäsche),
  • Sachwerte wie Autos oder Uhren.

Das „Waschen“ des Geldes erfolgt dabei in mehreren Schritten:

  1. Platzierung: Illegales Geld wird in den legalen Finanzkreislauf eingespeist (z.B. durch Einzahlung von Bargeld bei der Bank oder den Erwerb von Gegenständen)
  2. Verschleierung (Layering): Durch viele Transaktionen/Überweisungen soll die Spur des Geldes verwischt und die illegale Herkunft des Geldes verschleitert werden, z. B. durch Smurfing.
  3. Integration: Die Täter versuchen nun die Vermögenswerte (Geld, Firmenanteile, Immobilien), die nun nicht mehr mit den ursprünglichen Straftaten, durch die das Geld erlangt wurde, in Verbindung gebracht werden, "legal" für sich zu verwenden.

Wie funktioniert Geldwäsche im konkreten Fall?

Es gibt viele Varianten, wie organisiert agierende Gruppierungen Geldwäsche durchführen. Hierzu ein häufiges Beispiel aus unserer Praxis als Strafverteidiger:

  1. In den meisten der Fälle wird zunächst Geld durch eine Straftat (z.B. Betrug, Diebstahl oder Drogenhandel) generiert. So werden beispielsweise Menschen - in dem Glauben, einen Kaufpreis für eine gekaufte Sache zu bezahlen oder in Kryptowährungen zu investieren - durch diese Täuschung dazu gebracht, Geld an ein Konto zu überweisen.
  2. Zeitgleich wird eine andere Person unter einem Vorwand darum gebeten, diese Zahlungen auf ihrem Konto zu empfangen, weiterzuleiten oder abzuheben. Manchmal wird dies als Job getarnt und der Person erzählt, sie müsse Gelder weiterleiten und dürfe einen Teil des Geldes behalten (sogenannte Finanzagenten). In anderen Fällen wird eine Beziehung vorgespielt. Es heißt dann, das Geld stamme von einem Freund und soll weitergeleitet werden, damit die Person z.B. Flugtickets davon kaufen kann (sogenanntes Love Scamming).
  3. Das Geld aus der Vortat wird dann auf das Konto einer Person überwiesen, und ohne Kenntnis dieser Straftat abgehoben oder weitergeleitet.
  4. Die Drahtzieher haben das Geld aus der Vortat nun zur freien Verfügung und zwar ohne, dass das Geld oder die Straftat mit ihnen in Verbindung gebracht wird.

Die einzige Person, die am Ende mit ihrem Namen und der Kontonummer zurückverfolgt werden kann, ist die Person, die das Geld weitergeleitet hat. Diese Person erhält dann eine Vorladung der Polizei wegen Geldwäsche oder wegen Betrugs.

Welche Strafe droht bei Geldwäsche?

§ 261 StGB droht für Geldwäsche eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren - in besonders schweren Fällen bis zu 10 Jahren an. Zusätzlich droht die Einziehung des erlangten oder weitergeleiteten Geldes, auch wenn die beschuldigte Person dies nicht mehr beseitzt.

Besonders heikel: Geldwäsche setzt nicht voraus, dass die Person vorsätzlich oder absichtlich handelt. Selbst wer nicht weiß, dass es sich um illegales Geld handelt, kann sich wegen leichtfertiger Geldwäsche strafbar machen, wenn er unwissentlich Geldwäsche begeht.

Wie soll ich auf eine Vorladung wegen Geldwäsche reagieren?

Wenn Sie eine Vorladung wegen Geldwäsche erhalten, sollten Sie:

  1. Keine Aussage bei der Polizei machen,
  2. Sofort anwaltlichen Beistand suchen,
  3. Keine Unterlagen oder Kontodaten ohne Rücksprache herausgeben.

Schon früh kann ein Strafverteidiger darauf hinwirken, dass das Verfahren eingestellt wird – insbesondere im Ermittlungsverfahren. Mehr dazu unter: Vorladung von der Polizei - Was soll ich tun?

Warum anwaltlicher Beistand im Ermittlungsverfahren so wichtig ist

Im Ermittlungsverfahren entscheidet sich, ob es zu einer Gerichtsverhandlung kommt oder ob das Verfahren eingestellt wird. Ein versierter Strafverteidiger kann

  • Akteneinsicht beantragen,
  • entlastende Umstände vortragen,
  • Beweismittel kritisch überprüfen,
  • und eine Einstellung anregen, z. B. wenn kein hinreichender Tatverdacht vorliegt oder wegen Geringfügigkeit

Insbesondere bei leichtfertiger Geldwäsche ist das Ziel häufig eine Einstellung des Verfahrens ohne Gerichtsverhandlung und ohne Eintrag ins Führungszeugnis.

ZUM AUTOR DES TEXTES

Der Autor Jonas Meese ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht bei NEMO Strafverteidiger. Die Kanzlei sitzt in Hamburg und vertritt bundesweit Mandanten auf dem Gebiet des Strafrechts. Jonas Meese verfügt über mehrjährige Erfahrung als Strafverteidiger und bereitet als Dozent für Strafrecht Juristen auf ihr Staatsexamen vor.

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FAQS

Die Antworten auf die häufigsten Fragen zu diesem Thema finden Sie hier.

Ich habe alles nur gutgläubig gemacht – zählt das als Geldwäsche?

Auch ohne Vorsatz kann eine Strafbarkeit wegen leichtfertiger Geldwäsche drohen. Mehr dazu unter: Unwissentlich Geldwäsche

Ich habe ein Verfahren wegen Geldwäsche - muss ich die Gelder zurückzahlen?

Wenn Sie sich wegen Geldwäsche strafbar gemacht haben, wird das Geld eingezogen. Dies gilt auch, wenn Sie es schon weitergeleitet haben. Die Einziehung kann existenzbedrohend sein - beauftragen Sie daher unbedingt einen Anwalt für Strafrecht!

Ich habe mein Konto zur Verfügung gestellt – habe ich mich strafbar gemacht?

Wenn Sie Ihr Konto jemandem fremdes zur Verfügung gestellt haben, haben Sie sich möglicherweise wegen Geldwäsche strafbar gemacht. Entscheidend ist, ob Sie erkannt haben (oder hätten erkennen müssen), dass es sich um illegales Geld handelt.

Welche Strafe droht mir bei Geldwäsche?

Die Prognose einer genauen Strafe ist ohne Akteneinsicht nicht möglich. Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Erstgespräch. Dort können wir Ihnen ggf. auch einen ersten Rahmen für den „worst case“ und den „best case“ nennen.

Wird eine Verurteilung wegen Geldwäsche im Führungszeugnis eingetragen?

Je nach Vorstrafen und Höhe der Strafe wird eine Verurteilung wegen Geldwäsche im Führungszeugnis eingetragen. Ziel sollte daher eine Einstellung des Verfahrens sein – ohne Eintrag. Ein Anwalt kann dabei helfen.

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