Jonas Meese
18.02.2026
·
0 Min.
Lesedauer

Geldwäsche

Das Wichtigste in Kürze:

  • Auch eine Person, die unbewusst Geldwäsche begangen hat, kann sich trotzdem strafbar machen.
  • Besonders häufig sind Beschuldigte einer Geldwäsche Menschen, die selbst auf einen Betrug hereingefallen sind.
  • Wenn Sie als Beschuldigter eine Vorladung wegen Geldwäsche erhalten haben, läuft ein Strafverfahren gegen Sie. Lassen Sie sich sofort von einem Anwalt für Strafrecht beraten.
  • Die Strafe für Geldwäsche reicht von Geldstrafe bis zu mehrjährigen Freiheitsstrafen.
  • Genauso wichtig wie die Höhe der Strafe für Geldwäsche: Es droht eine Einziehung des Geldes, was weitergeleitet wurde. Dies gilt auch dann, wenn Sie das Geld gar nicht mehr haben.
Strafverteidigung beim Vorwurf Geldwäsche

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Inhaltsverzeichnis

Wer ist von einem Geldwäsche-Vorwurf betroffen?

Viele Menschen, die eine Vorladung wegen Geldwäsche erhalten, sind überrascht – sie hatten keine kriminellen Absichten. Besonders oft betroffen sind:

  • Menschen, die Geld weitergeleitet haben.
  • Personen, die im Internet betrogen wurden, etwa durch Love Scamming.
  • Menschen, die auf vermeintliche Jobangebote hereingefallen sind, sogenannte Finanzagenten.
  • Nutzer von Kryptowährungen
  • Bankkunden, deren Konto nach Zahlungen an ein Online Casino wegen Geldwäsche gesperrt wurde.

In vielen dieser Fälle haben die Betroffenen unwissentlich Geldwäsche begangen. Auch ohne Vorsatz kann solches Verhalten zu einer Strafbarkeit wegen Geldwäsche führen, wenn Ihnen Leichtfertigkeit vorgeworfen wird.

Was bedeutet Geldwäsche? – Die rechtliche Definition

Viele fragen sich: Was bedeutet Geldwäsche überhaupt? Recherchen im Internet ergeben dann: Geldwäsche heißt, die Herkunft illegal erworbene Vermögenswerte zu verschleiern. Dort steht dann etwas davon, dass das „Waschen“ des Geldes in mehreren Schritten erfolgt:

  1. Platzierung: Illegales Geld wird in den legalen Finanzkreislauf eingespeist.
  2. Verschleierung (Layering): Durch viele Transaktionen soll die Spur verwischt werden, z. B. durch Smurfing.
  3. Integration: Das Geld erscheint als „legal“, z. B. durch Investitionen.

Wie funktioniert dies aber nun im konkreten Fall?

  1. In den meisten der Fälle wird zunächst Geld durch eine vorgelagerte Tat generiert, meistens durch einen Betrug oder einen Computerbetrug. Beispielsweise wird das Bankkonto eines Menschen gehackt (durch Klicken auf eine Spam-Email) oder eine Fake-Rechnung versendet. Die Täter sind meist Unbekannte aus dem Ausland.
  2. Zeitgleich bittet man eine andere Person darum, Zahlungen zu empfangen und weiterzuleiten. Manchmal wird dies als Job getarnt und der Person erzählt, sie müsse Gelder weiterleiten und dürfe einen Teil des Geldes behalten (sogenannte Finanzagenten). In anderen Fällen wird eine Beziehung vorgespielt. Es heißt dann, das Geld stamme von einem Freund und soll weitergeleitet werden, damit die Person z.B. Flugtickets davon kaufen kann (sogenanntes Love Scamming).
  3. Das Geld aus der Vortat wird dann auf das Konto einer Person überwiesen, was diese z.B. abheben und weitergeben soll.
  4. Die Drahtzieher haben das Geld aus der Vortat nun zur freien Verfügung und zwar ohne, dass das Geld auf ihre Person zurückverfolgt werden kann.

Die einzige Person, die am Ende mit ihrem Namen und der Kontonummer zurückverfolgt werden kann, ist die Person, die das Geld weitergeleitet hat. Diese Person erhält dann meistens eine Vorladung wegen Geldwäsche oder eine Vorladung wegen Betrug.

Was steht in § 261 StGB?

Der Straftatbestand der Geldwäsche ist in § 261 StGB geregelt. Danach macht sich strafbar, wer

„Gegenstände, die aus bestimmten rechtswidrigen Taten herrühren, verbirgt, deren Herkunft verschleiert oder deren Sicherstellung vereitelt.“

Zu diesen „Gegenständen“ zählen:

  • Bargeld
  • Bankguthaben, sogenanntes „Buchgeld“ bzw. Überweisungen
  • Kryptowährungen (mehr unter Krypto Geldwäsche),
  • Sachwerte wie Autos oder Uhren,

Besonders heikel: Geldwäsche setzt nicht voraus, dass die Person vorsätzlich oder absichtlich handelt. Selbst wer nicht weiß, dass es sich um illegales Geld handelt, kann sich wegen leichtfertiger Geldwäsche strafbar machen, wenn er unwissentlich Geldwäsche begeht.

Tatfolgen: Welche Strafe droht bei Geldwäsche

Die Strafandrohung bei Geldwäsche beträgt:

  • Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder
  • in besonders schweren Fällen bis zu zehn Jahren,
  • alternativ: Geldstrafe.

Zusätzlich droht die Einziehung des erlangten Geldes.

Wie soll ich auf eine Vorladung wegen Geldwäsche reagieren?

Wenn Sie eine Vorladung wegen Geldwäsche erhalten, sollten Sie:

  1. Keine Aussage bei der Polizei machen,
  2. Sofort anwaltlichen Beistand suchen,
  3. Keine Unterlagen oder Kontodaten ohne Rücksprache herausgeben.

Schon früh kann ein Strafverteidiger darauf hinwirken, dass das Verfahren eingestellt wird – insbesondere im Ermittlungsverfahren. Mehr dazu unter: Vorladung von der Polizei - Was soll ich tun?

Warum anwaltlicher Beistand im Ermittlungsverfahren so wichtig ist

Im Ermittlungsverfahren entscheidet sich oft das weitere Schicksal des Verfahrens. Ein versierter Strafverteidiger kann

  • Akteneinsicht beantragen,
  • entlastende Umstände vortragen,
  • und eine Einstellung anregen, z. B. wenn kein hinreichender Tatverdacht vorliegt oder wegen Geringfügigkeit

Insbesondere bei leichtfertiger Geldwäsche ist das Ziel häufig eine Einstellung des Verfahrens ohne Gerichtsverhandlung und ohne Eintrag ins Führungszeugnis.

ZUM AUTOR DES TEXTES

Der Autor Jonas Meese ist Rechtsanwalt bei NEMO Strafverteidiger. Die Kanzlei sitzt in Hamburg und vertritt bundesweit Mandanten auf dem Gebiet des Strafrechts. Jonas Meese verfügt über mehrjährige Erfahrung als Strafverteidiger und bereitet als Dozent für Strafrecht Juristen auf ihr Staatsexamen vor.

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FAQS

Die Antworten auf die häufigsten Fragen zu diesem Thema finden Sie hier.

Ich habe alles nur gutgläubig gemacht – zählt das als Geldwäsche?

Auch ohne Vorsatz kann eine Strafbarkeit wegen leichtfertiger Geldwäsche drohen. Mehr dazu unter: Unwissentlich Geldwäsche

Ich habe ein Verfahren wegen Geldwäsche - muss ich die Gelder zurückzahlen?

Wenn Sie sich wegen Geldwäsche strafbar gemacht haben, wird das Geld eingezogen. Dies gilt auch, wenn Sie es schon weitergeleitet haben. Die Einziehung kann existenzbedrohend sein - beauftragen Sie daher unbedingt einen Anwalt für Strafrecht!

Ich habe mein Konto zur Verfügung gestellt – habe ich mich strafbar gemacht?

Wenn Sie Ihr Konto jemandem fremdes zur Verfügung gestellt haben, haben Sie sich möglicherweise wegen Geldwäsche strafbar gemacht. Entscheidend ist, ob Sie erkannt haben (oder hätten erkennen müssen), dass es sich um illegales Geld handelt.

Welche Strafe droht mir bei Geldwäsche?

Die Prognose einer genauen Strafe ist ohne Akteneinsicht nicht möglich. Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Erstgespräch. Dort können wir Ihnen ggf. auch einen ersten Rahmen für den „worst case“ und den „best case“ nennen.

Wird eine Verurteilung wegen Geldwäsche im Führungszeugnis eingetragen?

Je nach Vorstrafen und Höhe der Strafe wird eine Verurteilung wegen Geldwäsche im Führungszeugnis eingetragen. Ziel sollte daher eine Einstellung des Verfahrens sein – ohne Eintrag. Ein Anwalt kann dabei helfen.

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