Alexander Schlüter
02.12.2025
·
0 Min.
Lesedauer

Finanzagent

Das Wichtigste in Kürze:

  • Manche Menschen überlassen anderen ihr Konto oder leiten Geld weiter – oft, ohne den kriminellen Hintergrund zu kennen. Diese Menschen werden „Finanzagent“ genannt
  • Das Überlassen des Kontos oder das Weiterleiten von Geld kann eine Strafbarkeit wegen Geldwäsche nach § 261 StGB nach sich ziehen. Dies gilt auch, wenn Sie nicht wussten, dass dies verboten ist.
  • Viele Betroffene erhalten früher oder später eine Vorladung wegen Geldwäsche oder Betrug, obwohl sie selbst Opfer eines Betrugs sind.
  • Die Strafe für Finanzagenten kann empfindlich ausfallen.
  • Eine frühzeitige anwaltliche Beratung kann helfen, das Verfahren ohne Gerichtsverhandlung zu beenden.

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Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Finanzagent?

Ein Finanzagent ist eine Person, die ihr Konto zur Verfügung stellt oder Gelder weiterleitet – in vielen Fällen ohne zu wissen, dass es sich um Geld aus einer Straftat handelt. Häufig wird das Ganze als „einfacher Nebenjob“ beworben, etwa mit Formulierungen wie:

  • „Verdiene bequem von zu Hause!“
  • „Wir brauchen nur deine Kontoverbindung!“
  • „Du bekommst 10 % Provision pro Überweisung!“

In Wirklichkeit stecken hinter solchen Angeboten kriminelle Netzwerke. Das Geld was weitergeleitet wird, stammt meistens aus betrügerischen Handlungen. Mehr dazu: Was ist Geldwäsche?

Warum ist das strafbar?

Das Problem: Die Gelder, die weitergeleitet werden, stammen meist aus Vortaten wie Computerbetrug oder Betrug, z.B. Love Scamming. Die Täter suchen Menschen, die – bewusst oder unbewusst – dabei helfen, das Geld aus der Vortat durch das Finanzsystem zu schleusen.

Damit erfüllen Finanzagenten unter Umständen den Tatbestand der Geldwäsche nach § 261 StGB – selbst wenn sie glauben, einen legalen Job zu machen.

Wie kommt es dazu?

Die Rekrutierung erfolgt oft über:

  • E-Mails, Social Media oder Jobportale,
  • gefälschte Unternehmen mit angeblichem Sitz im Ausland,
  • private Anfragen von Freunden und Bekannten
  • Anfragen über Messenger-Dienste.

Viele Betroffene erkennen die Gefahr nicht – und sehen erst bei der Vorladung wegen Geldwäsche, wie ernst die Lage ist.

In vielen Fällen bekommen die Betroffenen auch eine feste Summe Geld. Dafür müssen sie im Gegenzug ihr Bankkonto mit der Bankkarte und PIN z.B. für eine Woche oder einen Monat weitergeben.

Wann mache ich mich strafbar?

Strafbar macht sich, wer

  • Geld oder andere Vermögenswerte weiterleitet,
  • die aus einer rechtswidrigen Tat stammen,
  • und dabei leichtfertig handelt oder gar vorsätzlich.

Selbst wer unwissentlich Geldwäsche begeht, kann strafrechtlich belangt werden – auch die leichtfertige Geldwäsche steht unter Strafe.

Welche Strafe droht als Finanzagent?

Die Strafe für Finanzagenten richtet sich nach § 261 StGB:

  • Geldstrafe oder
  • Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren,
  • in besonders schweren Fällen bis zu zehn Jahren.

Zusätzlich droht die Einziehung des Geldes – selbst dann, wenn Sie es nicht mehr besitzen.

Was kann ich tun, wenn ich beschuldigt werde?

  1. Gehen Sie nicht zur Polizei, ohne vorher anwaltlichen Rat einzuholen.
  2. Schweigen Sie zu den Vorwürfen.
  3. Sichern Sie entlastende Unterlagen (z. B. Chatverläufe, E-Mails, Screenshots von Jobanzeigen).
  4. Lassen Sie sich von einem erfahrenen Strafverteidiger beraten.

Mehr zum richtigen Verhalten bei einer Vorladung wegen Geldwäsche

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Ihr Ansprechpartner:
Rechtsanwalt
Jonas Meese
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Ihr Ansprechpartner:
Rechtsanwalt
Alexander Schlüter
Foto im Portraitformat von Rechtsanwalt Alexander Schlüter
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FAQS

Die Antworten auf die häufigsten Fragen zu diesem Thema finden Sie hier.

Ich habe mein Konto zur Verfügung gestellt – habe ich mich strafbar gemacht?

Wenn Sie Ihr Konto jemandem fremdes zur Verfügung gestellt haben, haben Sie sich möglicherweise wegen Geldwäsche strafbar gemacht. Entscheidend ist, ob Sie erkannt haben (oder hätten erkennen müssen), dass es sich um illegales Geld handelt.

Ich habe ein Verfahren wegen Geldwäsche - muss ich die Gelder zurückzahlen?

Wenn Sie sich wegen Geldwäsche strafbar gemacht haben, wird das Geld eingezogen. Dies gilt auch, wenn Sie es schon weitergeleitet haben. Die Einziehung kann existenzbedrohend sein - beauftragen Sie daher unbedingt einen Anwalt für Strafrecht!

Wird eine Verurteilung wegen Geldwäsche im Führungszeugnis eingetragen?

Je nach Vorstrafen und Höhe der Strafe wird eine Verurteilung wegen Geldwäsche im Führungszeugnis eingetragen. Ziel sollte daher eine Einstellung des Verfahrens sein – ohne Eintrag. Ein Anwalt kann dabei helfen.

Ich habe alles nur gutgläubig gemacht – zählt das als Geldwäsche?

Auch ohne Vorsatz kann eine Strafbarkeit wegen leichtfertiger Geldwäsche drohen. Mehr dazu unter: Unwissentlich Geldwäsche

Ich habe für eine fremde Person Geld weitergeleitet und nun eine Vorladung. Sollte ich Kontakt zu der Person aufnehmen?

Nehmen Sie auf keinen Fall Kontakt zu der Person auf, die sie angewiesen hat, Geld weiterzuleiten. Leiten Sie kein Geld mehr weiter und wenden Sie sich an einen Rechtsanwalt im Strafrecht.

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Geldwäsche

Geld weitergeleitet & Konto zur Verfügung gestellt? Alle Infos!

Alexander Schlüter
12.15.2025
·
5 Min.
Lesedauer

Wer ist von einem Geldwäsche-Vorwurf betroffen?

Viele Menschen, die eine Vorladung wegen Geldwäsche erhalten, sind überrascht – sie hatten keine kriminellen Absichten. Besonders oft betroffen sind:

  • Menschen, die Geld weitergeleitet haben.
  • Personen, die im Internet betrogen wurden, etwa durch Love Scamming.
  • Menschen, die auf vermeintliche Jobangebote hereingefallen sind, sogenannte Finanzagenten.
  • Nutzer von Kryptowährungen
  • Bankkunden, deren Konto nach Zahlungen an ein Online Casino wegen Geldwäsche gesperrt wurde.

In vielen dieser Fälle haben die Betroffenen unwissentlich Geldwäsche begangen. Auch ohne Vorsatz kann solches Verhalten zu einer Strafbarkeit wegen Geldwäsche führen, wenn Ihnen Leichtfertigkeit vorgeworfen wird.

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Was bedeutet Geldwäsche? – Die rechtliche Definition

Viele fragen sich: Was bedeutet Geldwäsche überhaupt? Recherchen im Internet ergeben dann: Geldwäsche heißt, die Herkunft illegal erworbene Vermögenswerte zu verschleiern. Dort steht dann etwas davon, dass das „Waschen“ des Geldes in mehreren Schritten erfolgt:

  1. Platzierung: Illegales Geld wird in den legalen Finanzkreislauf eingespeist.
  2. Verschleierung (Layering): Durch viele Transaktionen soll die Spur verwischt werden, z. B. durch Smurfing.
  3. Integration: Das Geld erscheint als „legal“, z. B. durch Investitionen.

Wie funktioniert dies aber nun im konkreten Fall?

  1. In den meisten der Fälle wird zunächst Geld durch eine vorgelagerte Tat generiert, meistens durch einen Betrug oder einen Computerbetrug. Beispielsweise wird das Bankkonto eines Menschen gehackt (durch Klicken auf eine Spam-Email) oder eine Fake-Rechnung versendet. Die Täter sind meist Unbekannte aus dem Ausland.
  2. Zeitgleich bittet man eine andere Person darum, Zahlungen zu empfangen und weiterzuleiten. Manchmal wird dies als Job getarnt und der Person erzählt, sie müsse Gelder weiterleiten und dürfe einen Teil des Geldes behalten (sogenannte Finanzagenten). In anderen Fällen wird eine Beziehung vorgespielt. Es heißt dann, das Geld stamme von einem Freund und soll weitergeleitet werden, damit die Person z.B. Flugtickets davon kaufen kann (sogenanntes Love Scamming).
  3. Das Geld aus der Vortat wird dann auf das Konto einer Person überwiesen, was diese z.B. abheben und weitergeben soll.
  4. Die Drahtzieher haben das Geld aus der Vortat nun zur freien Verfügung und zwar ohne, dass das Geld auf ihre Person zurückverfolgt werden kann.

Die einzige Person, die am Ende mit ihrem Namen und der Kontonummer zurückverfolgt werden kann, ist die Person, die das Geld weitergeleitet hat. Diese Person erhält dann meistens eine Vorladung wegen Geldwäsche oder eine Vorladung wegen Betrug.

Was steht in § 261 StGB?

Der Straftatbestand der Geldwäsche ist in § 261 StGB geregelt. Danach macht sich strafbar, wer

„Gegenstände, die aus bestimmten rechtswidrigen Taten herrühren, verbirgt, deren Herkunft verschleiert oder deren Sicherstellung vereitelt.“

Zu diesen „Gegenständen“ zählen:

  • Bargeld
  • Bankguthaben, sogenanntes „Buchgeld“ bzw. Überweisungen
  • Kryptowährungen (mehr unter Krypto Geldwäsche),
  • Sachwerte wie Autos oder Uhren,

Besonders heikel: Geldwäsche setzt nicht voraus, dass die Person vorsätzlich oder absichtlich handelt. Selbst wer nicht weiß, dass es sich um illegales Geld handelt, kann sich wegen leichtfertiger Geldwäsche strafbar machen, wenn er unwissentlich Geldwäsche begeht.

Tatfolgen: Welche Strafe droht bei Geldwäsche

Die Strafandrohung bei Geldwäsche beträgt:

  • Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder
  • in besonders schweren Fällen bis zu zehn Jahren,
  • alternativ: Geldstrafe.

Zusätzlich droht die Einziehung des erlangten Geldes.

Wie soll ich auf eine Vorladung wegen Geldwäsche reagieren?

Wenn Sie eine Vorladung wegen Geldwäsche erhalten, sollten Sie:

  1. Keine Aussage bei der Polizei machen,
  2. Sofort anwaltlichen Beistand suchen,
  3. Keine Unterlagen oder Kontodaten ohne Rücksprache herausgeben.

Schon früh kann ein Strafverteidiger darauf hinwirken, dass das Verfahren eingestellt wird – insbesondere im Ermittlungsverfahren. Mehr dazu unter: Vorladung von der Polizei - Was soll ich tun?

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Warum anwaltlicher Beistand im Ermittlungsverfahren so wichtig ist

Im Ermittlungsverfahren entscheidet sich oft das weitere Schicksal des Verfahrens. Ein versierter Strafverteidiger kann

  • Akteneinsicht beantragen,
  • entlastende Umstände vortragen,
  • und eine Einstellung anregen, z. B. wenn kein hinreichender Tatverdacht vorliegt oder wegen Geringfügigkeit

Insbesondere bei leichtfertiger Geldwäsche ist das Ziel häufig eine Einstellung des Verfahrens ohne Gerichtsverhandlung und ohne Eintrag ins Führungszeugnis.

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Love Scamming

Geld nach Love Scam weitergeleitet: Alle Infos

Jonas Meese
12.15.2025
·
5 Min.
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Was ist Love Scamming?

Love Scamming bezeichnet eine besonders hinterhältige Form des Internetbetrugs. Täter geben sich in sozialen Netzwerken, z.B. auf Facebook oder Instagram bzw. auf Dating-Plattformen als interessierte Beziehungspartner aus. Manchmal kommt der Kontakt auch per E-Mail zustande. Ziel ist es, das Vertrauen der Opfer zu gewinnen – um sie schließlich um Geld zu bitten.

Was viele nicht wissen: Wer in diesem Zusammenhang Zahlungen weiterleitet, kann sich strafbar machen – auch wenn man selbst das eigentliche Opfer ist.

Mehr zur rechtlichen Bewertung erfahren Sie in unserem Beitrag zur Geldwäsche.

Wie funktioniert die Masche?

Täter agieren systematisch:

  1. Aufbau einer intensiven Beziehung durch täglichen Kontakt (z.B. Schreiben oder Video-Call). Alles fühlt sich an, wie echte Liebe.
  2. Vorgetäuschte Notlagen: z. B. Krankheit, Flugticket, Zollprobleme.
  3. Bitte um Hilfe: Das Opfer soll Geld weiterleiten.

Dabei wird das Opfer häufig gebeten, Zahlungen von Dritten zu empfangen und weiterzuleiten – ohne zu wissen, dass es sich um kriminelles Geld handelt. Genau hier liegt das Risiko einer leichtfertigen Geldwäsche.

Welche Rolle spielt Geldwäsche beim Love Scamming?

Love Scamming endet oft fatal: Zum einen die Enttäuschung, zum anderen eine Vorladung wegen Geldwäsche, wenn Geld weitergeleitet wurde.

Denn: Das Geld, das über Ihr Konto läuft, stammt in vielen Fällen aus Straftaten, wie z.B. Betrug oder Computerbetrug. Und genau dieses Weiterleiten von Geld kann nach § 261 StGB als Geldwäsche gewertet werden – auch wenn Sie nichts davon wussten.

Wann mache ich mich strafbar?

Strafbar macht sich, wer

  • Geld weiterleitet, das aus Straftaten stammt, und
  • dabei leichtfertig handelt – also hätte erkennen können, dass etwas nicht stimmt.

Entscheidend ist nicht, was Sie wussten, sondern was Sie hätten wissen müssen, Sie können also auch unwissentlich Geldwäsche begehen.

Was kann ich tun, wenn ich betroffen bin?

Wenn Sie eine Vorladung erhalten haben und vermuten, dass Sie auf Love Scamming hereingefallen sind:

  • Leiten Sie keine weiteren Zahlungen weiter.
  • Dokumentieren Sie alle Kontakte, Nachrichten und Überweisungen.
  • Kontaktieren Sie sofort einen Anwalt für Strafrecht.
  • Geben Sie keine Aussage bei der Polizei ab, bevor Sie nicht mit einem Anwalt gesprochen haben.

Je früher Sie reagieren, desto höher ist die Chance, dass das Verfahren eingestellt wird oder mit einer möglichst geringen Strafe endet.

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Krypto Geldwäsche

Geldwäsche mit Kryptowährungen? Was ist das?

Alexander Schlüter
12.15.2025
·
5 Min.
Lesedauer

Viele Menschen, die mit dem Vorwurf „Krypto Geldwäsche“ oder „Bitcoin Geldwäsche“ konfrontiert werden, sind in Wahrheit selbst Opfer einer Täuschung. Vielleicht haben Sie auf eine vermeintlich seriöse Investment-Plattform vertraut, Geld in Bitcoin oder andere Kryptowährungen investiert oder sogar Gelder für Dritte weitergeleitet/investiert. Schnell stehen Sie dann im Fokus der Ermittlungsbehörden und erhalten eine polizeiliche Vorladung als Beschuldigter.

Wir erklären Ihnen, was Krypto Geldwäsche ist, wann sie strafbar ist und wie Sie sich jetzt am besten verhalten, wenn man Ihnen Geldwäsche vorwirft.

Was sind Kryptowährungen?

Kryptowährungen sind digitale Zahlungsmittel, die auf einer Blockchain-Technologie beruhen. Anders als bei klassischem Geld gibt es keine zentrale Bank. Überweisungen erfolgen direkt zwischen Nutzern – pseudonym und weltweit.

Die bekannteste Kryptowährung ist Bitcoin. Daneben gibt es Ethereum, Ripple und viele weitere. Gerade weil Transaktionen dezentral und ohne klassische Banken ablaufen, nutzen Kriminelle Kryptowährungen, um Geldströme zu verschleiern – genau das führt zu Vorwürfen wegen Krypto Geldwäsche.

Wie funktioniert Krypto Geldwäsche?

Ablauf der Geldwäsche

  1. Gelder werden in Kryptowährungen eingezahlt,
  2. über verschiedene Wallets und Plattformen weitergeleitet („Layering“) und
  3. schließlich wieder in Euro oder Dollar ausgezahlt.

Täter und unwissentlich Beteiligte

Viele Beschuldigte handeln unwissentlich und werden von Dritten instrumentalisiert:

  1. Sie sollen Konten eröffnen oder Wallets bereitstellen.
  2. Sie leiten Gelder weiter, weil sie davon ausgehen, diese Gelder als Broker für andere Personen in Kryptowährungen zu investieren. Die Anwerbung als Broker erfolgt hoch professionell, sodass Betroffene häufig davon ausgehen, tatsächlich einen (Neben)job als Broker zu haben.
  3. Teilweise haben die Betroffenen zuvor selbst ihre gesamten Ersparnisse vermeintlich in Bitcoin investiert und werden jetzt zur Weiterleitung von Überweisungen gezwungen, damit sie ihr Erspartes wiederbekommen.

Strafbarkeit Krypto Geldwäsche

Geldwäsche mit Kryptopwährungen ist strafbar.

Vorschriften im StGB

Nach § 261 StGB macht sich strafbar, wer Gelder aus einer rechtswidrigen Tat verschleiert, verbirgt oder deren Herkunft verschleiert. Auch das bloße Verwahren oder Weiterleiten kann bereits ausreichen.

Geldwäsche vs. legale Nutzung

Nicht jede Bitcoin-Transaktion ist automatisch Geldwäsche. Strafbar ist nur, wenn Gelder aus einer rechtswidrigen „Vortat“ stammen (z.B. Betrug). Gerade hier kommt es auf die Details an, die dem Betroffenen häufig nicht bekannt sind.

Achtung: Leiten Sie keine Gelder weiter, die von Ihnen unbekannten Personen stammen.

Häufige Szenarien in der Praxis:

Falsche Broker & Investment-Plattformen

Viele Betroffene werden von vermeintlichen Brokern kontaktiert und investieren ahnungslos in Bitcoin. Am Ende ist ihr Geld weg und sie werden aufgefordert, noch mehr zu investieren. Wenn das nicht möglich ist, werden sie gezwungen, Überweisungen von Dritten „zu investieren“, um an ihr Geld zu gelangen. Diese Überweisungen erfolgen jedoch oftmals auf Grund einer Täuschung der Überweisenden. Es handelt sich häufig um eine Weiterleitung von Geldern aus einer rechtswidrigen Tat.

Überweisungen im Auftrag Dritter

„Könnten Sie bitte für mich Bitcoin kaufen?“ – Wer für fremde Personen Gelder ein- oder auszahlt, macht sich schnell verdächtig. Wenn Sie die Herkunft der Gelder nicht kennen, sollten Sie die Annahme und Weiterleitung hoher Beträge ablehnen.

Nutzung gestohlener Identitäten

Manche Betroffene erfahren erst vom Strafverfahren, wenn Unbekannte ihre Daten für Wallets oder Konten missbraucht haben. Für die Ermittlungsbehörden sieht es so aus, als seien Sie Täter der Geldwäsche. Hier gilt es, den Sachverhalt mit einer Strafanzeige aufzuklären.

Ermittlungsverfahren: Was tun?

Die Ermittlungen werden oft von spezialisierten Abteilungen geführt, auch die BaFin kann beteiligt sein. Bankkonten oder Wallets können gesperrt und beschlagnahmt werden. Teilweise droht auch die Einziehung von Vermögenswerten in Höhe des Geldwäschebetrags.

Schweigerecht nutzen, Anwalt einschalten

Machen Sie ohne Anwalt keine Angaben bei der Polizei. Ihr Schweigen darf nicht gegen Sie gewertet werden. Ein spezialisierter Rechtsanwalt für Geldwäsche prüft die Ermittlungsakte und schützt Sie vor Fehlern.

Chancen auf Einstellung des Verfahrens

Gerade im Ermittlungsverfahren bestehen gute Chancen, eine Einstellung ohne Gerichtsverfahren zu erreichen – insbesondere, wenn Sie selbst getäuscht wurden. Wir erklären Ihnen, worauf es jetzt ankommt und wie Sie eine Verurteilung und Einziehung von Vermögenswerten verhindern können.

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View Was ist Smurfing?

Was ist Smurfing?

Smurfing: Wie es funktioniert und warum es so heißt

Jonas Meese
12.15.2025
·
5 Min.
Lesedauer

Was ist Smurfing?

Unter Smurfing versteht man eine Technik, mit der Geldwäsche betrieben wird.

Das Problem: Größere Geldbeträge fallen schnell auf, z.B. wenn man sie bei der Bank einzahlt oder überweist. Es existieren unter anderem Grenzen, bei denen Einzahlungen gemeldet werden müssen.

Die Idee: Größere Geldbeträge werden in viele kleine Zahlungen aufgeteilt (sogenanntes „structuring“). Diese kleineren Beträge werden dann über viele verschiedene Konten, Personen oder Geschäfte verteilt. Damit soll verhindert werden, dass Banken und Behörden auffällige Muster erkennen. Denn dann würden diese die Zahlungen melden und es folgt ein Strafverfahren wegen Geldwäsche.

Warum heißt es denn „smurfing“?

Der Begriff „smurf“ stammt aus dem Englischen und bedeutet „Schlumpf". Er spielt auf die „Schlümpfe“ an – viele kleine, unauffällige Personen, die für sich genommen nicht auffallen. In Summe können Sie jedoch ein großes Bild ergeben -  und viel Geld bewegen.

Zusammenhang mit Geldwäsche

Das Smurfing ist eine typische Form der Platzierungsphase bei der Geldwäsche. Ziel ist es, das illegale Geld unauffällig ins Finanzsystem einzuschleusen.

Beispiele:

Wenn 100.000 Euro aus illegalen Quellen ins Ausland transferiert werden sollen, um dort Immobilien mit dem Geld zu kaufen. Das Geld kann aber nicht einfach eingezahlt und überwiesen werden: Bereits bei der Einzahlung würde ein so hoher Betrag gemeldet werden. Bei der Überweisung ins Ausland ebenso.

Stattdessen wird der Betrag aufgeteilt auf mehrere Personen:

  • Einige Personen tätigen Bareinzahlungen knapp unterhalb der Grenze von 10.000 Euro. Unterhalb dieser Grenze müssen Banken keinen Herkunftsnachweis verlangen.
  • Diese Personen tätigen nun mehrere kleinere Überweisungen an andere Personen, z.B. je 2.000 Euro.
  • Die Personen, die nun 2.000 Euro erhalten haben, überweisen die Beträge auf Ausländische Konten. Oftmals handelt es sich hierbei um Menschen, die getäuscht wurden. Einigen hat man z.B. erzählt, dass das ein „Job“ sei (sog. „Finanzagenten“). Anderen hat man erzählt, sie sollen das Geld ins Ausland überweisen, damit die Person sie besuchen kommen kann (sog. „Love Scamming“).
  • Weil es sich um vergleichsweise kleine Beträge handelt, fallen die Überweisungen bei der Bank nicht auf.
  • Am Ende wird im Ausland das Geld wieder „zusammengeführt“. Als Betreff wird in der Regel etwas unverdächtiges eingetragen, zum Beispiel „Unterstützung für Papa“ oder „Rechnung“. So sehen die Geldeingänge am Ende aus wie normale Überweisungen.

So versuchen Täter, die Kontrollmechanismen der Banken zu umgehen, die bei großen Bargeldbeträgen eine Geldwäscheverdachtsmeldung abgeben müssten.

Strafbarkeit von Smurfing

Smurfing ist ein Teil der Geldwäsche und damit nach § 261 StGB strafbar. Auch wer „nur“ sein Konto zur Verfügung stellt oder kleinere Transaktionen übernimmt, kann sich strafbar machen. Häufig geraten sogenannte Finanzagenten ins Visier der Ermittlungen – auch dann, wenn sie selbst Opfer einer Täuschung sind: Häufig erhalten Menschen eine Vorladung wegen Geldwäsche, die von alledem nichts gewusst haben. Sie haben sozusagen unwissentlich Geldwäsche begangen. Dies kann trotzdem strafbar sein: Sogenannte leichtfertige Geldwäsche.

Fazit

Wenn Sie darum gebeten werden, fremdes Geld einzuzahlen oder weiterzuleiten, seien Sie besonders vorsichtig! Es könnte sich um Geldwäsche handeln. Bei Geldwäsche drohen Strafen und die Einziehung des gesamten Geldes bei Ihnen – selbst wenn Sie es schon weitergeleitet haben.

Wenn Sie eine Vorladung wegen Geldwäsche erhalten haben: Sofort Rechtsanwalt für Strafrecht einschalten und keine Angaben gegenüber der Polizei machen.

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Online-Casino Geldwäsche

Welche Strafbarkeitsrisiken drohen bei Online-Casino?

Jonas Meese
12.15.2025
·
5 Min.
Lesedauer

Online-Casino als Geldwäsche-Risiko

Zahlungen an und von Online-Casinos stehen im besonderen Fokus von Banken und Behörden. Grund: Online-Glücksspiel bietet eine Möglichkeit, illegale Gelder in den legalen Finanzkreislauf einzuschleusen: Geldwäsche.

Täter zahlen beispielsweise Bargeld oder Kryptogewinne ins Casino ein und spielen damit. Ein Teil des Geldes wird verloren, aber die Gewinne werden als „sauberes“ Geld wieder ausgezahlt.

Bank sperrt Konto wegen Online-Casino

Immer häufiger berichten Mandanten: „Meine Bank hat mein Konto gesperrt wegen Online-Casino-Zahlungen.“ Der Hintergrund: Banken sind nach dem Geldwäschegesetz verpflichtet, verdächtige Transaktionen zu melden und notfalls sofort ein Konto zu sperren. Verdächtig sind insbesondere:

  • Regelmäßige Einzahlungen auf Online-Casino-Konten,
  • ungewöhnlich hohe Summen im Verhältnis zum Einkommen,

Eine Kontosperre führt oft dazu, dass Betroffene über ihr Guthaben nicht mehr verfügen können – teilweise über Wochen oder Monate.

Strafrechtliche Folgen

Neben der Kontosperre droht ein Ermittlungsverfahren wegen Geldwäsche (§ 261 StGB). Schon die Teilnahme am Zahlungsverkehr mit Online-Casinos kann den Verdacht begründen, dass Geld aus illegalen Quellen stammt oder verschleiert werden soll.

Besonders heikel: Selbst wer nur privat im Online-Casino gespielt hat, kann in den Fokus geraten, wenn die Bank eine Verdachtsmeldung abgibt.

Was tun, wenn die Bank das Konto sperrt?

  • Keine unüberlegten Aussagen gegenüber Bank oder Polizei.
  • Wenn Sie eine Vorladung wegen Geldwäsche erhalten haben: Sofort Anwalt kontaktieren.

Fazit

Die Sperrung eines Bankkontos wegen Online-Casino-Zahlungen ist für Betroffene ein schwerer Eingriff: Sie verlieren kurzfristig den Zugang zu ihrem Geld und geraten oft unter Geldwäscheverdacht.

In dieser Situation gilt: Ruhe bewahren, keine Aussagen machen, sofort anwaltliche Hilfe einschalten. Ein erfahrener Strafverteidiger prüft die Vorwürfe und setzt sich für die Einstellung des Ermittlungsverfahrens ein.

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Unwissentlich Geldwäsche: Strafe

Ist unwissentliche Geldwäsche trotzdem strafbar?

Alexander Schlüter
12.15.2025
·
5 Min.
Lesedauer

Was versteht man unter leichtfertiger Geldwäsche?

Leichtfertige Geldwäsche liegt dann vor, wenn jemand unwissentlich Geld aus einer Straftat weiterleitet oder verwahrt, dabei aber besonders unachtsam oder leichtgläubig handelt. Entscheidend ist, dass die Person bei genauerem Hinsehen hätte merken müssen, dass die Gelder aus illegalen Quellen stammen.

Häufige Beispiele für unwissentliche Geldwäsche:

  • Ihnen wird eine Tätigkeit angeboten, bei der Sie Geldbeträge abheben und übergeben sollen – häufig sollen diese Summen anschließend ins Ausland transferiert werden, etwa per Überweisung oder über Dienste wie Western Union oder ähnliche Anbieter.
  • Sie lassen jemand anderes Ihr Bankkonto nutzen, weil Ihnen dafür eine Belohnung versprochen wird. Zum Beispiel geben Sie ihre Kontokarte und die PIN weiter.
  • Sie lernen im Internet jemanden kennen (z. B. über eine Dating-Plattform) und werden gebeten, Geld ins Ausland weiterzuleiten. Angeblich geht es um Reisekosten oder Hilfe für Freunde/Familie.

Besonders tückisch: All diese Fälle können als leichtfertige Geldwäsche gewertet werden – selbst wenn Sie keine kriminellen Absichten hatten. Häufig beginnt dann ein Strafverfahren, obwohl Sie eigentlich selbst Opfer eines Betrugs geworden sind.

Welche Strafen drohen bei leichtfertiger Geldwäsche?

Nach § 261 Abs. 5 StGB kann bei leichtfertiger Geldwäsche Folgendes verhängt werden:

  • Geldstrafe,
  • Bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe
  • Eintrag ins Führungszeugnis,
  • Einziehung des kriminellen Geldes.

Achtung: Die Einziehung kann schwerwiegende Folgen haben. Oftmals ist der Betrag der Einziehung sogar höher als die Geldstrafe.

Selbst wenn Sie das Geld bereits weitergeleitet haben, müssen Sie den Betrag trotzdem zahlen. Beispiel: Haben Sie 5.000 Euro empfangen und weitergeleitet, müssen Sie diese Summe zusätzlich zu einer Geldstrafe zahlen – auch wenn Sie das Geld längst nicht mehr besitzen.

Gerade bei hohen Geldbeträgen kann das existenzbedrohend sein. Wichtig zu wissen: Die Einziehungsforderung erlischt nicht durch ein Insolvenzverfahren.

Wann liegt leichtfertiges Verhalten vor?

Leichtfertigkeit bedeutet eine gesteigerte Form der Fahrlässigkeit. Das heißt: Aufgrund der Umstände hätten Sie nicht nur erkennen können, sondern erkennen müssen, dass das Geld kriminellen Ursprungs war.

Ob ein Verhalten als leichtfertig gilt, hängt immer vom Einzelfall ab:

  • Gab es für Sie Anlass, misstrauisch zu werden?
  • Waren die Umstände auffällig oder ungewöhnlich?
  • Haben Sie hinterfragt, woher das Geld stammt?

Beispiele für leichtfertiges Verhalten:

  • Keine Überprüfung der Geldquelle,
  • Weiterleitung großer Geldsummen an unbekannte Personen,
  • Jobangebote per E-Mail ohne Vertrag
  • Kontakt zu der Person z.B. ausschließlich per WhatsApp
  • Überweisungen aus Konten im Ausland

Wenn Sie sich in einem dieser Punkte wiederfinden, besteht das Risiko, dass Ihr Verhalten als leichtfertig bewertet wird.

Wie kann ich mich gegen den Vorwurf der Geldwäsche verteidigen?

Auch bei einem Vorwurf der unwissentlichen Geldwäsche gibt es rechtliche Verteidigungsmöglichkeiten – vor allem im Ermittlungsverfahren:

  1. Sie haben eine Vorladung als Beschuldigter erhalten? Schweigen Sie und gehen Sie nicht zur Polizei.
  2. Beauftragen Sie umgehend einen Rechtsanwalt für Strafrecht, um Akteneinsicht zu beantragen.
  3. Tragen Sie alle Unterlagen zu dem Vorfall zusammen – z.B. E-Mails, Screenshots oder Kontoauszüge.
  4. Leiten Sie auf keinen Fall mehr Geld weiter! Dies gilt auch, wenn Ihnen unbekannte Personen mit „rechtlichen Schritten“ drohen.
  5. Sollten Sie Geld erhalten haben, was Sie nicht weitergeleitet haben: Geben Sie dieses Geld nicht aus!

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Geldwäsche

Geld weitergeleitet & Konto zur Verfügung gestellt? Alle Infos!

Alexander Schlüter
January 10, 2026
·
5 Min.
Lesedauer

Wer ist von einem Geldwäsche-Vorwurf betroffen?

Viele Menschen, die eine Vorladung wegen Geldwäsche erhalten, sind überrascht – sie hatten keine kriminellen Absichten. Besonders oft betroffen sind:

  • Menschen, die Geld weitergeleitet haben.
  • Personen, die im Internet betrogen wurden, etwa durch Love Scamming.
  • Menschen, die auf vermeintliche Jobangebote hereingefallen sind, sogenannte Finanzagenten.
  • Nutzer von Kryptowährungen
  • Bankkunden, deren Konto nach Zahlungen an ein Online Casino wegen Geldwäsche gesperrt wurde.

In vielen dieser Fälle haben die Betroffenen unwissentlich Geldwäsche begangen. Auch ohne Vorsatz kann solches Verhalten zu einer Strafbarkeit wegen Geldwäsche führen, wenn Ihnen Leichtfertigkeit vorgeworfen wird.

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Was bedeutet Geldwäsche? – Die rechtliche Definition

Viele fragen sich: Was bedeutet Geldwäsche überhaupt? Recherchen im Internet ergeben dann: Geldwäsche heißt, die Herkunft illegal erworbene Vermögenswerte zu verschleiern. Dort steht dann etwas davon, dass das „Waschen“ des Geldes in mehreren Schritten erfolgt:

  1. Platzierung: Illegales Geld wird in den legalen Finanzkreislauf eingespeist.
  2. Verschleierung (Layering): Durch viele Transaktionen soll die Spur verwischt werden, z. B. durch Smurfing.
  3. Integration: Das Geld erscheint als „legal“, z. B. durch Investitionen.

Wie funktioniert dies aber nun im konkreten Fall?

  1. In den meisten der Fälle wird zunächst Geld durch eine vorgelagerte Tat generiert, meistens durch einen Betrug oder einen Computerbetrug. Beispielsweise wird das Bankkonto eines Menschen gehackt (durch Klicken auf eine Spam-Email) oder eine Fake-Rechnung versendet. Die Täter sind meist Unbekannte aus dem Ausland.
  2. Zeitgleich bittet man eine andere Person darum, Zahlungen zu empfangen und weiterzuleiten. Manchmal wird dies als Job getarnt und der Person erzählt, sie müsse Gelder weiterleiten und dürfe einen Teil des Geldes behalten (sogenannte Finanzagenten). In anderen Fällen wird eine Beziehung vorgespielt. Es heißt dann, das Geld stamme von einem Freund und soll weitergeleitet werden, damit die Person z.B. Flugtickets davon kaufen kann (sogenanntes Love Scamming).
  3. Das Geld aus der Vortat wird dann auf das Konto einer Person überwiesen, was diese z.B. abheben und weitergeben soll.
  4. Die Drahtzieher haben das Geld aus der Vortat nun zur freien Verfügung und zwar ohne, dass das Geld auf ihre Person zurückverfolgt werden kann.

Die einzige Person, die am Ende mit ihrem Namen und der Kontonummer zurückverfolgt werden kann, ist die Person, die das Geld weitergeleitet hat. Diese Person erhält dann meistens eine Vorladung wegen Geldwäsche oder eine Vorladung wegen Betrug.

Was steht in § 261 StGB?

Der Straftatbestand der Geldwäsche ist in § 261 StGB geregelt. Danach macht sich strafbar, wer

„Gegenstände, die aus bestimmten rechtswidrigen Taten herrühren, verbirgt, deren Herkunft verschleiert oder deren Sicherstellung vereitelt.“

Zu diesen „Gegenständen“ zählen:

  • Bargeld
  • Bankguthaben, sogenanntes „Buchgeld“ bzw. Überweisungen
  • Kryptowährungen (mehr unter Krypto Geldwäsche),
  • Sachwerte wie Autos oder Uhren,

Besonders heikel: Geldwäsche setzt nicht voraus, dass die Person vorsätzlich oder absichtlich handelt. Selbst wer nicht weiß, dass es sich um illegales Geld handelt, kann sich wegen leichtfertiger Geldwäsche strafbar machen, wenn er unwissentlich Geldwäsche begeht.

Tatfolgen: Welche Strafe droht bei Geldwäsche

Die Strafandrohung bei Geldwäsche beträgt:

  • Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder
  • in besonders schweren Fällen bis zu zehn Jahren,
  • alternativ: Geldstrafe.

Zusätzlich droht die Einziehung des erlangten Geldes.

Wie soll ich auf eine Vorladung wegen Geldwäsche reagieren?

Wenn Sie eine Vorladung wegen Geldwäsche erhalten, sollten Sie:

  1. Keine Aussage bei der Polizei machen,
  2. Sofort anwaltlichen Beistand suchen,
  3. Keine Unterlagen oder Kontodaten ohne Rücksprache herausgeben.

Schon früh kann ein Strafverteidiger darauf hinwirken, dass das Verfahren eingestellt wird – insbesondere im Ermittlungsverfahren. Mehr dazu unter: Vorladung von der Polizei - Was soll ich tun?

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Warum anwaltlicher Beistand im Ermittlungsverfahren so wichtig ist

Im Ermittlungsverfahren entscheidet sich oft das weitere Schicksal des Verfahrens. Ein versierter Strafverteidiger kann

  • Akteneinsicht beantragen,
  • entlastende Umstände vortragen,
  • und eine Einstellung anregen, z. B. wenn kein hinreichender Tatverdacht vorliegt oder wegen Geringfügigkeit

Insbesondere bei leichtfertiger Geldwäsche ist das Ziel häufig eine Einstellung des Verfahrens ohne Gerichtsverhandlung und ohne Eintrag ins Führungszeugnis.

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Love Scamming

Geld nach Love Scam weitergeleitet: Alle Infos

Jonas Meese
December 2, 2025
·
5 Min.
Lesedauer

Was ist Love Scamming?

Love Scamming bezeichnet eine besonders hinterhältige Form des Internetbetrugs. Täter geben sich in sozialen Netzwerken, z.B. auf Facebook oder Instagram bzw. auf Dating-Plattformen als interessierte Beziehungspartner aus. Manchmal kommt der Kontakt auch per E-Mail zustande. Ziel ist es, das Vertrauen der Opfer zu gewinnen – um sie schließlich um Geld zu bitten.

Was viele nicht wissen: Wer in diesem Zusammenhang Zahlungen weiterleitet, kann sich strafbar machen – auch wenn man selbst das eigentliche Opfer ist.

Mehr zur rechtlichen Bewertung erfahren Sie in unserem Beitrag zur Geldwäsche.

Wie funktioniert die Masche?

Täter agieren systematisch:

  1. Aufbau einer intensiven Beziehung durch täglichen Kontakt (z.B. Schreiben oder Video-Call). Alles fühlt sich an, wie echte Liebe.
  2. Vorgetäuschte Notlagen: z. B. Krankheit, Flugticket, Zollprobleme.
  3. Bitte um Hilfe: Das Opfer soll Geld weiterleiten.

Dabei wird das Opfer häufig gebeten, Zahlungen von Dritten zu empfangen und weiterzuleiten – ohne zu wissen, dass es sich um kriminelles Geld handelt. Genau hier liegt das Risiko einer leichtfertigen Geldwäsche.

Welche Rolle spielt Geldwäsche beim Love Scamming?

Love Scamming endet oft fatal: Zum einen die Enttäuschung, zum anderen eine Vorladung wegen Geldwäsche, wenn Geld weitergeleitet wurde.

Denn: Das Geld, das über Ihr Konto läuft, stammt in vielen Fällen aus Straftaten, wie z.B. Betrug oder Computerbetrug. Und genau dieses Weiterleiten von Geld kann nach § 261 StGB als Geldwäsche gewertet werden – auch wenn Sie nichts davon wussten.

Wann mache ich mich strafbar?

Strafbar macht sich, wer

  • Geld weiterleitet, das aus Straftaten stammt, und
  • dabei leichtfertig handelt – also hätte erkennen können, dass etwas nicht stimmt.

Entscheidend ist nicht, was Sie wussten, sondern was Sie hätten wissen müssen, Sie können also auch unwissentlich Geldwäsche begehen.

Was kann ich tun, wenn ich betroffen bin?

Wenn Sie eine Vorladung erhalten haben und vermuten, dass Sie auf Love Scamming hereingefallen sind:

  • Leiten Sie keine weiteren Zahlungen weiter.
  • Dokumentieren Sie alle Kontakte, Nachrichten und Überweisungen.
  • Kontaktieren Sie sofort einen Anwalt für Strafrecht.
  • Geben Sie keine Aussage bei der Polizei ab, bevor Sie nicht mit einem Anwalt gesprochen haben.

Je früher Sie reagieren, desto höher ist die Chance, dass das Verfahren eingestellt wird oder mit einer möglichst geringen Strafe endet.

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View Krypto Geldwäsche

Krypto Geldwäsche

Geldwäsche mit Kryptowährungen? Was ist das?

Alexander Schlüter
December 2, 2025
·
5 Min.
Lesedauer

Viele Menschen, die mit dem Vorwurf „Krypto Geldwäsche“ oder „Bitcoin Geldwäsche“ konfrontiert werden, sind in Wahrheit selbst Opfer einer Täuschung. Vielleicht haben Sie auf eine vermeintlich seriöse Investment-Plattform vertraut, Geld in Bitcoin oder andere Kryptowährungen investiert oder sogar Gelder für Dritte weitergeleitet/investiert. Schnell stehen Sie dann im Fokus der Ermittlungsbehörden und erhalten eine polizeiliche Vorladung als Beschuldigter.

Wir erklären Ihnen, was Krypto Geldwäsche ist, wann sie strafbar ist und wie Sie sich jetzt am besten verhalten, wenn man Ihnen Geldwäsche vorwirft.

Was sind Kryptowährungen?

Kryptowährungen sind digitale Zahlungsmittel, die auf einer Blockchain-Technologie beruhen. Anders als bei klassischem Geld gibt es keine zentrale Bank. Überweisungen erfolgen direkt zwischen Nutzern – pseudonym und weltweit.

Die bekannteste Kryptowährung ist Bitcoin. Daneben gibt es Ethereum, Ripple und viele weitere. Gerade weil Transaktionen dezentral und ohne klassische Banken ablaufen, nutzen Kriminelle Kryptowährungen, um Geldströme zu verschleiern – genau das führt zu Vorwürfen wegen Krypto Geldwäsche.

Wie funktioniert Krypto Geldwäsche?

Ablauf der Geldwäsche

  1. Gelder werden in Kryptowährungen eingezahlt,
  2. über verschiedene Wallets und Plattformen weitergeleitet („Layering“) und
  3. schließlich wieder in Euro oder Dollar ausgezahlt.

Täter und unwissentlich Beteiligte

Viele Beschuldigte handeln unwissentlich und werden von Dritten instrumentalisiert:

  1. Sie sollen Konten eröffnen oder Wallets bereitstellen.
  2. Sie leiten Gelder weiter, weil sie davon ausgehen, diese Gelder als Broker für andere Personen in Kryptowährungen zu investieren. Die Anwerbung als Broker erfolgt hoch professionell, sodass Betroffene häufig davon ausgehen, tatsächlich einen (Neben)job als Broker zu haben.
  3. Teilweise haben die Betroffenen zuvor selbst ihre gesamten Ersparnisse vermeintlich in Bitcoin investiert und werden jetzt zur Weiterleitung von Überweisungen gezwungen, damit sie ihr Erspartes wiederbekommen.

Strafbarkeit Krypto Geldwäsche

Geldwäsche mit Kryptopwährungen ist strafbar.

Vorschriften im StGB

Nach § 261 StGB macht sich strafbar, wer Gelder aus einer rechtswidrigen Tat verschleiert, verbirgt oder deren Herkunft verschleiert. Auch das bloße Verwahren oder Weiterleiten kann bereits ausreichen.

Geldwäsche vs. legale Nutzung

Nicht jede Bitcoin-Transaktion ist automatisch Geldwäsche. Strafbar ist nur, wenn Gelder aus einer rechtswidrigen „Vortat“ stammen (z.B. Betrug). Gerade hier kommt es auf die Details an, die dem Betroffenen häufig nicht bekannt sind.

Achtung: Leiten Sie keine Gelder weiter, die von Ihnen unbekannten Personen stammen.

Häufige Szenarien in der Praxis:

Falsche Broker & Investment-Plattformen

Viele Betroffene werden von vermeintlichen Brokern kontaktiert und investieren ahnungslos in Bitcoin. Am Ende ist ihr Geld weg und sie werden aufgefordert, noch mehr zu investieren. Wenn das nicht möglich ist, werden sie gezwungen, Überweisungen von Dritten „zu investieren“, um an ihr Geld zu gelangen. Diese Überweisungen erfolgen jedoch oftmals auf Grund einer Täuschung der Überweisenden. Es handelt sich häufig um eine Weiterleitung von Geldern aus einer rechtswidrigen Tat.

Überweisungen im Auftrag Dritter

„Könnten Sie bitte für mich Bitcoin kaufen?“ – Wer für fremde Personen Gelder ein- oder auszahlt, macht sich schnell verdächtig. Wenn Sie die Herkunft der Gelder nicht kennen, sollten Sie die Annahme und Weiterleitung hoher Beträge ablehnen.

Nutzung gestohlener Identitäten

Manche Betroffene erfahren erst vom Strafverfahren, wenn Unbekannte ihre Daten für Wallets oder Konten missbraucht haben. Für die Ermittlungsbehörden sieht es so aus, als seien Sie Täter der Geldwäsche. Hier gilt es, den Sachverhalt mit einer Strafanzeige aufzuklären.

Ermittlungsverfahren: Was tun?

Die Ermittlungen werden oft von spezialisierten Abteilungen geführt, auch die BaFin kann beteiligt sein. Bankkonten oder Wallets können gesperrt und beschlagnahmt werden. Teilweise droht auch die Einziehung von Vermögenswerten in Höhe des Geldwäschebetrags.

Schweigerecht nutzen, Anwalt einschalten

Machen Sie ohne Anwalt keine Angaben bei der Polizei. Ihr Schweigen darf nicht gegen Sie gewertet werden. Ein spezialisierter Rechtsanwalt für Geldwäsche prüft die Ermittlungsakte und schützt Sie vor Fehlern.

Chancen auf Einstellung des Verfahrens

Gerade im Ermittlungsverfahren bestehen gute Chancen, eine Einstellung ohne Gerichtsverfahren zu erreichen – insbesondere, wenn Sie selbst getäuscht wurden. Wir erklären Ihnen, worauf es jetzt ankommt und wie Sie eine Verurteilung und Einziehung von Vermögenswerten verhindern können.

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Was ist Smurfing?

Smurfing: Wie es funktioniert und warum es so heißt

Jonas Meese
December 2, 2025
·
5 Min.
Lesedauer

Was ist Smurfing?

Unter Smurfing versteht man eine Technik, mit der Geldwäsche betrieben wird.

Das Problem: Größere Geldbeträge fallen schnell auf, z.B. wenn man sie bei der Bank einzahlt oder überweist. Es existieren unter anderem Grenzen, bei denen Einzahlungen gemeldet werden müssen.

Die Idee: Größere Geldbeträge werden in viele kleine Zahlungen aufgeteilt (sogenanntes „structuring“). Diese kleineren Beträge werden dann über viele verschiedene Konten, Personen oder Geschäfte verteilt. Damit soll verhindert werden, dass Banken und Behörden auffällige Muster erkennen. Denn dann würden diese die Zahlungen melden und es folgt ein Strafverfahren wegen Geldwäsche.

Warum heißt es denn „smurfing“?

Der Begriff „smurf“ stammt aus dem Englischen und bedeutet „Schlumpf". Er spielt auf die „Schlümpfe“ an – viele kleine, unauffällige Personen, die für sich genommen nicht auffallen. In Summe können Sie jedoch ein großes Bild ergeben -  und viel Geld bewegen.

Zusammenhang mit Geldwäsche

Das Smurfing ist eine typische Form der Platzierungsphase bei der Geldwäsche. Ziel ist es, das illegale Geld unauffällig ins Finanzsystem einzuschleusen.

Beispiele:

Wenn 100.000 Euro aus illegalen Quellen ins Ausland transferiert werden sollen, um dort Immobilien mit dem Geld zu kaufen. Das Geld kann aber nicht einfach eingezahlt und überwiesen werden: Bereits bei der Einzahlung würde ein so hoher Betrag gemeldet werden. Bei der Überweisung ins Ausland ebenso.

Stattdessen wird der Betrag aufgeteilt auf mehrere Personen:

  • Einige Personen tätigen Bareinzahlungen knapp unterhalb der Grenze von 10.000 Euro. Unterhalb dieser Grenze müssen Banken keinen Herkunftsnachweis verlangen.
  • Diese Personen tätigen nun mehrere kleinere Überweisungen an andere Personen, z.B. je 2.000 Euro.
  • Die Personen, die nun 2.000 Euro erhalten haben, überweisen die Beträge auf Ausländische Konten. Oftmals handelt es sich hierbei um Menschen, die getäuscht wurden. Einigen hat man z.B. erzählt, dass das ein „Job“ sei (sog. „Finanzagenten“). Anderen hat man erzählt, sie sollen das Geld ins Ausland überweisen, damit die Person sie besuchen kommen kann (sog. „Love Scamming“).
  • Weil es sich um vergleichsweise kleine Beträge handelt, fallen die Überweisungen bei der Bank nicht auf.
  • Am Ende wird im Ausland das Geld wieder „zusammengeführt“. Als Betreff wird in der Regel etwas unverdächtiges eingetragen, zum Beispiel „Unterstützung für Papa“ oder „Rechnung“. So sehen die Geldeingänge am Ende aus wie normale Überweisungen.

So versuchen Täter, die Kontrollmechanismen der Banken zu umgehen, die bei großen Bargeldbeträgen eine Geldwäscheverdachtsmeldung abgeben müssten.

Strafbarkeit von Smurfing

Smurfing ist ein Teil der Geldwäsche und damit nach § 261 StGB strafbar. Auch wer „nur“ sein Konto zur Verfügung stellt oder kleinere Transaktionen übernimmt, kann sich strafbar machen. Häufig geraten sogenannte Finanzagenten ins Visier der Ermittlungen – auch dann, wenn sie selbst Opfer einer Täuschung sind: Häufig erhalten Menschen eine Vorladung wegen Geldwäsche, die von alledem nichts gewusst haben. Sie haben sozusagen unwissentlich Geldwäsche begangen. Dies kann trotzdem strafbar sein: Sogenannte leichtfertige Geldwäsche.

Fazit

Wenn Sie darum gebeten werden, fremdes Geld einzuzahlen oder weiterzuleiten, seien Sie besonders vorsichtig! Es könnte sich um Geldwäsche handeln. Bei Geldwäsche drohen Strafen und die Einziehung des gesamten Geldes bei Ihnen – selbst wenn Sie es schon weitergeleitet haben.

Wenn Sie eine Vorladung wegen Geldwäsche erhalten haben: Sofort Rechtsanwalt für Strafrecht einschalten und keine Angaben gegenüber der Polizei machen.

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View Online-Casino Geldwäsche

Online-Casino Geldwäsche

Welche Strafbarkeitsrisiken drohen bei Online-Casino?

Jonas Meese
December 2, 2025
·
5 Min.
Lesedauer

Online-Casino als Geldwäsche-Risiko

Zahlungen an und von Online-Casinos stehen im besonderen Fokus von Banken und Behörden. Grund: Online-Glücksspiel bietet eine Möglichkeit, illegale Gelder in den legalen Finanzkreislauf einzuschleusen: Geldwäsche.

Täter zahlen beispielsweise Bargeld oder Kryptogewinne ins Casino ein und spielen damit. Ein Teil des Geldes wird verloren, aber die Gewinne werden als „sauberes“ Geld wieder ausgezahlt.

Bank sperrt Konto wegen Online-Casino

Immer häufiger berichten Mandanten: „Meine Bank hat mein Konto gesperrt wegen Online-Casino-Zahlungen.“ Der Hintergrund: Banken sind nach dem Geldwäschegesetz verpflichtet, verdächtige Transaktionen zu melden und notfalls sofort ein Konto zu sperren. Verdächtig sind insbesondere:

  • Regelmäßige Einzahlungen auf Online-Casino-Konten,
  • ungewöhnlich hohe Summen im Verhältnis zum Einkommen,

Eine Kontosperre führt oft dazu, dass Betroffene über ihr Guthaben nicht mehr verfügen können – teilweise über Wochen oder Monate.

Strafrechtliche Folgen

Neben der Kontosperre droht ein Ermittlungsverfahren wegen Geldwäsche (§ 261 StGB). Schon die Teilnahme am Zahlungsverkehr mit Online-Casinos kann den Verdacht begründen, dass Geld aus illegalen Quellen stammt oder verschleiert werden soll.

Besonders heikel: Selbst wer nur privat im Online-Casino gespielt hat, kann in den Fokus geraten, wenn die Bank eine Verdachtsmeldung abgibt.

Was tun, wenn die Bank das Konto sperrt?

  • Keine unüberlegten Aussagen gegenüber Bank oder Polizei.
  • Wenn Sie eine Vorladung wegen Geldwäsche erhalten haben: Sofort Anwalt kontaktieren.

Fazit

Die Sperrung eines Bankkontos wegen Online-Casino-Zahlungen ist für Betroffene ein schwerer Eingriff: Sie verlieren kurzfristig den Zugang zu ihrem Geld und geraten oft unter Geldwäscheverdacht.

In dieser Situation gilt: Ruhe bewahren, keine Aussagen machen, sofort anwaltliche Hilfe einschalten. Ein erfahrener Strafverteidiger prüft die Vorwürfe und setzt sich für die Einstellung des Ermittlungsverfahrens ein.

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View Unwissentlich Geldwäsche: Strafe

Unwissentlich Geldwäsche: Strafe

Ist unwissentliche Geldwäsche trotzdem strafbar?

Alexander Schlüter
December 2, 2025
·
5 Min.
Lesedauer

Was versteht man unter leichtfertiger Geldwäsche?

Leichtfertige Geldwäsche liegt dann vor, wenn jemand unwissentlich Geld aus einer Straftat weiterleitet oder verwahrt, dabei aber besonders unachtsam oder leichtgläubig handelt. Entscheidend ist, dass die Person bei genauerem Hinsehen hätte merken müssen, dass die Gelder aus illegalen Quellen stammen.

Häufige Beispiele für unwissentliche Geldwäsche:

  • Ihnen wird eine Tätigkeit angeboten, bei der Sie Geldbeträge abheben und übergeben sollen – häufig sollen diese Summen anschließend ins Ausland transferiert werden, etwa per Überweisung oder über Dienste wie Western Union oder ähnliche Anbieter.
  • Sie lassen jemand anderes Ihr Bankkonto nutzen, weil Ihnen dafür eine Belohnung versprochen wird. Zum Beispiel geben Sie ihre Kontokarte und die PIN weiter.
  • Sie lernen im Internet jemanden kennen (z. B. über eine Dating-Plattform) und werden gebeten, Geld ins Ausland weiterzuleiten. Angeblich geht es um Reisekosten oder Hilfe für Freunde/Familie.

Besonders tückisch: All diese Fälle können als leichtfertige Geldwäsche gewertet werden – selbst wenn Sie keine kriminellen Absichten hatten. Häufig beginnt dann ein Strafverfahren, obwohl Sie eigentlich selbst Opfer eines Betrugs geworden sind.

Welche Strafen drohen bei leichtfertiger Geldwäsche?

Nach § 261 Abs. 5 StGB kann bei leichtfertiger Geldwäsche Folgendes verhängt werden:

  • Geldstrafe,
  • Bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe
  • Eintrag ins Führungszeugnis,
  • Einziehung des kriminellen Geldes.

Achtung: Die Einziehung kann schwerwiegende Folgen haben. Oftmals ist der Betrag der Einziehung sogar höher als die Geldstrafe.

Selbst wenn Sie das Geld bereits weitergeleitet haben, müssen Sie den Betrag trotzdem zahlen. Beispiel: Haben Sie 5.000 Euro empfangen und weitergeleitet, müssen Sie diese Summe zusätzlich zu einer Geldstrafe zahlen – auch wenn Sie das Geld längst nicht mehr besitzen.

Gerade bei hohen Geldbeträgen kann das existenzbedrohend sein. Wichtig zu wissen: Die Einziehungsforderung erlischt nicht durch ein Insolvenzverfahren.

Wann liegt leichtfertiges Verhalten vor?

Leichtfertigkeit bedeutet eine gesteigerte Form der Fahrlässigkeit. Das heißt: Aufgrund der Umstände hätten Sie nicht nur erkennen können, sondern erkennen müssen, dass das Geld kriminellen Ursprungs war.

Ob ein Verhalten als leichtfertig gilt, hängt immer vom Einzelfall ab:

  • Gab es für Sie Anlass, misstrauisch zu werden?
  • Waren die Umstände auffällig oder ungewöhnlich?
  • Haben Sie hinterfragt, woher das Geld stammt?

Beispiele für leichtfertiges Verhalten:

  • Keine Überprüfung der Geldquelle,
  • Weiterleitung großer Geldsummen an unbekannte Personen,
  • Jobangebote per E-Mail ohne Vertrag
  • Kontakt zu der Person z.B. ausschließlich per WhatsApp
  • Überweisungen aus Konten im Ausland

Wenn Sie sich in einem dieser Punkte wiederfinden, besteht das Risiko, dass Ihr Verhalten als leichtfertig bewertet wird.

Wie kann ich mich gegen den Vorwurf der Geldwäsche verteidigen?

Auch bei einem Vorwurf der unwissentlichen Geldwäsche gibt es rechtliche Verteidigungsmöglichkeiten – vor allem im Ermittlungsverfahren:

  1. Sie haben eine Vorladung als Beschuldigter erhalten? Schweigen Sie und gehen Sie nicht zur Polizei.
  2. Beauftragen Sie umgehend einen Rechtsanwalt für Strafrecht, um Akteneinsicht zu beantragen.
  3. Tragen Sie alle Unterlagen zu dem Vorfall zusammen – z.B. E-Mails, Screenshots oder Kontoauszüge.
  4. Leiten Sie auf keinen Fall mehr Geld weiter! Dies gilt auch, wenn Ihnen unbekannte Personen mit „rechtlichen Schritten“ drohen.
  5. Sollten Sie Geld erhalten haben, was Sie nicht weitergeleitet haben: Geben Sie dieses Geld nicht aus!

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