Viele Menschen, die mit dem Vorwurf „Krypto Geldwäsche“ oder „Bitcoin Geldwäsche“ konfrontiert werden, sind in Wahrheit selbst Opfer einer Täuschung. Vielleicht haben Sie auf eine vermeintlich seriöse Investment-Plattform vertraut, Geld in Bitcoin oder andere Kryptowährungen investiert oder sogar Gelder für Dritte weitergeleitet/investiert. Schnell stehen Sie dann im Fokus der Ermittlungsbehörden und erhalten eine polizeiliche Vorladung als Beschuldigter.
Wir erklären Ihnen, was Krypto Geldwäsche ist, wann sie strafbar ist und wie Sie sich jetzt am besten verhalten, wenn man Ihnen Geldwäsche vorwirft.
Was sind Kryptowährungen?
Kryptowährungen sind digitale Zahlungsmittel, die auf einer Blockchain-Technologie beruhen. Anders als bei klassischem Geld gibt es keine zentrale Bank. Überweisungen erfolgen direkt zwischen Nutzern – pseudonym und weltweit.
Die bekannteste Kryptowährung ist Bitcoin. Daneben gibt es Ethereum, Ripple und viele weitere. Gerade weil Transaktionen dezentral und ohne klassische Banken ablaufen, nutzen Kriminelle Kryptowährungen, um Geldströme zu verschleiern – genau das führt zu Vorwürfen wegen Krypto Geldwäsche.
Wie funktioniert Krypto Geldwäsche?
Ablauf der Geldwäsche
- Gelder werden in Kryptowährungen eingezahlt,
- über verschiedene Wallets und Plattformen weitergeleitet („Layering“) und
- schließlich wieder in Euro oder Dollar ausgezahlt.
Täter und unwissentlich Beteiligte
Viele Beschuldigte handeln unwissentlich und werden von Dritten instrumentalisiert:
- Sie sollen Konten eröffnen oder Wallets bereitstellen.
- Sie leiten Gelder weiter, weil sie davon ausgehen, diese Gelder als Broker für andere Personen in Kryptowährungen zu investieren. Die Anwerbung als Broker erfolgt hoch professionell, sodass Betroffene häufig davon ausgehen, tatsächlich einen (Neben)job als Broker zu haben.
- Teilweise haben die Betroffenen zuvor selbst ihre gesamten Ersparnisse vermeintlich in Bitcoin investiert und werden jetzt zur Weiterleitung von Überweisungen gezwungen, damit sie ihr Erspartes wiederbekommen.
Strafbarkeit Krypto Geldwäsche
Geldwäsche mit Kryptopwährungen ist strafbar.
Vorschriften im StGB
Nach § 261 StGB macht sich strafbar, wer Gelder aus einer rechtswidrigen Tat verschleiert, verbirgt oder deren Herkunft verschleiert. Auch das bloße Verwahren oder Weiterleiten kann bereits ausreichen.
Geldwäsche vs. legale Nutzung
Nicht jede Bitcoin-Transaktion ist automatisch Geldwäsche. Strafbar ist nur, wenn Gelder aus einer rechtswidrigen „Vortat“ stammen (z.B. Betrug). Gerade hier kommt es auf die Details an, die dem Betroffenen häufig nicht bekannt sind.
Achtung: Leiten Sie keine Gelder weiter, die von Ihnen unbekannten Personen stammen.
Häufige Szenarien in der Praxis:
Falsche Broker & Investment-Plattformen
Viele Betroffene werden von vermeintlichen Brokern kontaktiert und investieren ahnungslos in Bitcoin. Am Ende ist ihr Geld weg und sie werden aufgefordert, noch mehr zu investieren. Wenn das nicht möglich ist, werden sie gezwungen, Überweisungen von Dritten „zu investieren“, um an ihr Geld zu gelangen. Diese Überweisungen erfolgen jedoch oftmals auf Grund einer Täuschung der Überweisenden. Es handelt sich häufig um eine Weiterleitung von Geldern aus einer rechtswidrigen Tat.
Überweisungen im Auftrag Dritter
„Könnten Sie bitte für mich Bitcoin kaufen?“ – Wer für fremde Personen Gelder ein- oder auszahlt, macht sich schnell verdächtig. Wenn Sie die Herkunft der Gelder nicht kennen, sollten Sie die Annahme und Weiterleitung hoher Beträge ablehnen.
Nutzung gestohlener Identitäten
Manche Betroffene erfahren erst vom Strafverfahren, wenn Unbekannte ihre Daten für Wallets oder Konten missbraucht haben. Für die Ermittlungsbehörden sieht es so aus, als seien Sie Täter der Geldwäsche. Hier gilt es, den Sachverhalt mit einer Strafanzeige aufzuklären.
Ermittlungsverfahren: Was tun?
Die Ermittlungen werden oft von spezialisierten Abteilungen geführt, auch die BaFin kann beteiligt sein. Bankkonten oder Wallets können gesperrt und beschlagnahmt werden. Teilweise droht auch die Einziehung von Vermögenswerten in Höhe des Geldwäschebetrags.
Schweigerecht nutzen, Anwalt einschalten
Machen Sie ohne Anwalt keine Angaben bei der Polizei. Ihr Schweigen darf nicht gegen Sie gewertet werden. Ein spezialisierter Rechtsanwalt für Geldwäsche prüft die Ermittlungsakte und schützt Sie vor Fehlern.
Chancen auf Einstellung des Verfahrens
Gerade im Ermittlungsverfahren bestehen gute Chancen, eine Einstellung ohne Gerichtsverfahren zu erreichen – insbesondere, wenn Sie selbst getäuscht wurden. Wir erklären Ihnen, worauf es jetzt ankommt und wie Sie eine Verurteilung und Einziehung von Vermögenswerten verhindern können.
{{cta-alex}}