Alexander Schlüter
18.02.2026
·
0 Min.
Lesedauer

Diebstahl

Das Wichtigste in Kürze:

  • Jeder Diebstahl (z.B. Ladendiebstahl) kann strafrechtliche Folgen haben, u.a. Eintrag ins Führungszeugnis.
  • Die Strafe für Diebstahl beträgt bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe.
  • Machen Sie keine Aussage und gehen Sie nicht zur Vorladung bei der Polizei.
  • Je früher Sie einen Anwalt einschalten, desto besser sind die Chancen für eine Einstellung des Verfahrens.

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Inhaltsverzeichnis

Wann liegt ein Diebstahl vor?

Ein Diebstahl liegt vor, wenn jemand eine fremde Sache wegnimmt, um sie für sich oder jemand anderen zu behalten. Dies gilt nur für bewegliche Sachen: Man kann demnach z.B. kein Kontoguthaben oder etwa eine Haus stehlen. In solchen Fällen kommt aber ggf. ein Betrug in Betracht. Entscheidend ist außerdem, dass die Person sich die Sache rechtswidrig zueignet. Wenn eine Person also eine Sache wegnimmt, um sie direkt wegzuwerfen, liegt kein Diebstahl vor.

Ist ein versuchter Diebstahl strafbar?

Gemäß § 242 Abs. 2 StGB macht sich auch strafbar, wer einen Diebstahl nur versucht. Wenn eine Person also beim Klauen erwischt wird und dabei das Diebesgut nicht an sich nehmen kann, kann die Strafe ebenso bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe betragen.

Wichtig dabei: Ein Diebstahl ist häufig schon früher vollendet, als man denkt: Steckt sich eine Person z.B. eine kleine Sache bei einem Ladendiebstahl in die Tasche und wird vor der Kasse vom Ladendiebstahl beim Klauen erwischt, kann die Tat bereits vollendet sein.

Vorwurf: Beim Klauen erwischt - Was tun?

Wenn Ihnen ein Diebstahl vorgeworfen wird, sollten Sie schweigen und sofort einen Anwalt eischalten. Gehen Sie nicht zur Polizei, wenn Sie eine Vorladung als Beschuldigter erhalten haben. Mehr dazu unter: Umgang mit einer Vorladung von der Polizei

Oftmals werden unsere Mandanten zu Unrecht beschuldigt. Wir können die Ermittlungsakte zur Akteneinsicht anfordern, die Beweislage prüfen und dann eine Verteidigungsstrategie entwickeln. Erst dann kann beurteilt werden, ob und wie Sie sich zu dem Vorwurf äußern sollten.

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Selbstscannerkasse: Scannen vergessen - Ladendiebstahl?

Sehr häufig wenden sich in letzter Zeit Menschen an uns, die an einer Selbstscannerkasse bezahlt haben und dabei Waren nicht eingescannt haben. In den allermeisten Fällen geschieht dies aus Unachtsamkeit: Der Platz ist eng, es besteht Zeitdruck und in der Schlange warten bereits viele Personen. Wichtig: Wenn es sich um ein Versehen handelt, ist ein solcher Fehler nicht strafbar! Gerade wenn der Einkauf groß ausfällt und eine kleine, eher günstige Sache nicht gescannt wird, ist das ein Indiz gegen den Vorsatz. Häufig können diese Verfahren mangels Tatverdacht zur Einstellung gebracht werden.

WEITERE TYPISCHE SITUATIONEN:

  • Unbewusst Sachen nicht aufs Kassenband gelegt
    Artikel werden oft im Einkaufswagen übersehen, weil z.B. noch EInkäufe aus anderen Läden darin liegen. Diese Verfahren können häufig ebenso mangels Tatverdacht zur Einstellung gebracht werden.
  • Stress, Krankheit, psychische Belastung
    In emotionalen Ausnahmesituationen handeln Menschen manchmal unüberlegt. Häufig können diese Verfahren wegen Geringfügigkeit zur Einstellung gebracht werden.
  • Jugendliche oder Ersttäter
    Häufig aus Neugier, Gruppendruck oder als Mutprobe. Mehr Infos für Jugendliche und Eltern zu den Verteidigungsmöglichkeiten: Jugendstrafrecht
  • Missverständnisse
    Z.B. wenn nicht klar ist, wer Eigentümer der Sache ist.

Wichtig: Nicht jede Anzeige führt zu einer Verurteilung. In vielen Fällen gelingt es uns, das Verfahren ohne Gerichtsverhandlung und ohne Eintrag im Führungszeugnis zu beenden.

Welche Strafe droht bei Diebstahl?

Diebstahl ist mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bedroht. In den meisten Fällen ist eine Geldstrafe realistisch. Wie hoch die Strafe genau ausfällt, hängt vom Wert der Sache und etwaigen Vorstrafen ab.

Strafe bei Diebstahl bis 100€

Bei einem Diebstahl bis zu einem Wert von 100€ kann das Verfahren je nach Vorstrafen häufig wegen Geringfügigkeit (ggf. gegen Geldauflage) zur Einstellung gebracht werden. Bei besonders geringwertigen Sachen (Grenze 25-50€) wird die Tat gemäß § 248a StGB auch nur auf Antrag verfolgt.

Strafe bei Diebstahl bis 500€

Bei einem Diebstahl bis zu einem Wert von 500€ wird meistens eine Geldstrafe festgesetzt. Auch hier bestehen aber gute Chancen, das Verfahren gegen Geldauflage zur Einstellung zu bringen und eine Gerichtsverhandlung und einen Eintrag ins Führungszeugnis zu verhindern.

Auch wenn die Strafe bei Diebstahl bis 100€ oder 500€ oft gering erscheint: Entscheidend ist der Eintrag im Bundeszentralregister und damit mögliche Auswirkungen auf Beruf, Zukunft und Führungszeugnis. Darum sollte jedes Ermittlungsverfahren ernst genommen und professionell begleitet werden. Im Wiederholungsfall und bei höheren Summen können die Strafen außerdem sehr viel höher ausfallen.

Vorladung: Anwalt einschalten

Wenn Sie eine Vorladung erhalten haben oder ein Ladendetektiv Sie tatsächlich oder angeblich beim Klauen erwischt haben soll: Wir helfen Ihnen! Unsere Erstberatung ist kostenlos, unverbindlich und unterliegt bereits dem Anwaltsgeheimnis. Wenn Sie uns mit Ihrer Verteidigung beauftragen, können wir:

  • Sofort Akteneinsicht beantragen, um zu wissen, was der Polizei tatsächlich vorliegt,
  • eine Verteidigungsstrategie entwerfen
  • die Einstellung des Vefahrens ohne Gerichtsverhandlung beantragen
  • ‍über die Einstellung mit der Statsanwaltschaft verhandeln sowie
  • entlastende Umstände vortragen.

ZUM AUTOR DES TEXTES

Der Autor Alexander Schlüter ist Rechtsanwalt bei NEMO Strafverteidiger. Die Kanzlei sitzt in Hamburg und vertritt bundesweit Mandanten auf dem Gebiet des Strafrechts. Alexander Schlüter ist Volljurist, studierter Betriebswirt und unterrichtet Strafrecht als Lehrbeauftragter der Universität Hamburg.

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Jonas Meese
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FAQS

Die Antworten auf die häufigsten Fragen zu diesem Thema finden Sie hier.

Ich habe eine Vorladung erhalten – was soll ich tun?

Schweigen und sofort einen Strafverteidiger kontaktieren. Keine Aussagen ohne anwaltliche Beratung.

Gibt es im Strafrecht Prozesskostenhilfe?

Im Strafrecht gibt es keine Prozesskostenhilfe. Grundsätzlich müssen Beschuldigte die Kosten Ihrer Verteidigung selbst tragen.

Termin für Erstberatung

Sie benötigen einen Anwalt für Strafrecht? Buchen Sie über unser nachfolgendes Portal einen Termin für eine kostenlose und unverbindliche Erstberatung:

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View Allgemeines Strafrecht

Allgemeines Strafrecht

Alle allgemeinen Straftaten, z.B. Diebstahl, Beleidigung, Körperverletzung

Alexander Schlüter
12.15.2025
·
5 Min.
Lesedauer

Strafrecht - nothing else.

Wir beraten Sie umfassend im Strafrecht. Wir haben uns ausschließlich auf die Verteidigung in diesem Rechtsgebiet konzentriert - seit unserer Ausbildung.

Untergebiete innerhalb des Strafrechts

Zu unserem Beratungsspektrum gehören selbstverständlich neben Sondergebieten (z.B. Jugendstrafrecht, Geldwäsche, Verkehrsstrafrecht, Betäubungsmittelstrafrecht) auch alle Delikte aus dem allgemeinen Strafrecht.

ZUM AUTOR DES TEXTES

Der Autor Alexander Schlüter ist Rechtsanwalt bei NEMO Strafverteidiger. Die Kanzlei sitzt in Hamburg und vertritt bundesweit Mandanten auf dem Gebiet des Strafrechts. Alexander Schlüter ist Volljurist, studierter Betriebswirt und unterrichtet Strafrecht als Lehrbeauftragter der Universität Hamburg.

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View Urkundenfälschung

Urkundenfälschung

Strafe, Ablauf bei Vorladung & mehr

Jonas Meese
12.15.2025
·
5 Min.
Lesedauer

Was bedeutet Urkundenfälschung?

Die Urkundenfälschung ist in § 267 StGB geregelt. Danach macht sich strafbar, wer

  1. eine unechte Urkunde herstellt,
  2. eine echte Urkunde verfälscht oder
  3. eine unechte oder verfälschte Urkunde gebraucht.

Unecht ist eine Urkunde, wenn der scheinbare Aussteller und der tatsächliche Aussteller voneinander abweichen. Verfälscht ist eine Urkunde, wenn scheinbarer und tatsächlicher Aussteller gleich sind, die Urkunde aber ohne Einverständnis des Ausstellers verändert wurde. Das Verwenden ist strafbar, wenn dies zur Täuschung im Rechtsverkehr erfolgt.

Beispiele:

  • Unterschreiben im Namen einer anderen Person ohne deren Einverständnis
  • Verändern eines ärztlichen Attests oder Medikamentenrezepts.
  • Verwenden eines fremden Kfz-Kennzeichens
  • Veränderung der Noten auf einem Zeugnis

Strafe für Urkundenfälschung?

Die Strafe für Urkundenfälschung ist in § 267 StGB geregelt: Es drohen Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren. In besonders schweren Fällen – z.B. wenn die Fälschung gewerbsmäßig erfolgt oder besonders hohe Schäden verursacht – kann die Strafe noch höher ausfallen.

Wie hoch die Strafe bei Urkundenfälschung im Einzelfall ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • dem Motiv,
  • dem entstandenen Schaden,
  • dem Verhalten nach der Tat,
  • und den persönlichen Verhältnissen des Täters und dessen Vorleben

In der Praxis wird als Strafe für Urkundenfälschung meist eine Geldstrafe verhängt, sofern keine einschlägigen Vorstrafen vorliegen. Bei Ersttätern kann durch frühzeitige anwaltliche Unterstützung eine Einstellung des Verfahrens erwirkt werden.

Urkundenfälschung Geldstrafe – wie hoch?

Die Geldstrafe für Urkundenfälschung hängt vom Einkommen und der Schwere des Vorwurfs ab. Die Gerichte verhängen in einfacheren Fällen häufig Strafen zwischen 30 und 120 Tagessätzen.

Zur Orientierung:

  • Ein Tagessatz entspricht dem (geschätzten) monatlichen Netto-Einkommen geteilt durch 30
  • Ab 90 Tagessätzen erfolgt ein Eintrag im Führungszeugnis

Durch frühzeitige anwaltliche Beratung lässt sich eine Einstellung des Verfahrens oder eine möglichst niedrige Strafe erreichen.

Strafe Urkundenfälschung Ersttäter?

Ersttäter haben meist gute Chancen, dass keine Strafe ausgesprochen wird oder diese im unteren Bereich des Strafrahmens liegt.
In vielen Fällen erreichen Strafverteidiger eine Einstellung des Verfahrens gegen Geldauflage, sodass es gar nicht zu einer Strafe kommt.

Das Gericht berücksichtigt insbesondere:

  • die Motivation hinter der Tat,
  • den Umfang der Vorwürfe,
  • die Folgen der Urkundenfälschung,
  • und ob die Urkunde tatsächlich verwendet wurde.

Eine Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe kommt nur in besonders schweren Fällen oder bei wiederholter Begehung in Betracht.

Urkundenfälschung  – typische Fälle

Urkundenfälschung: Beispiele aus der Praxis:

  • Unterschriftenfälschung zur Täuschung im Rechtsverkehr
  • Verändern eines ärztlichen Attests (z. B. neues Datum eintragen)
  • Manipulieren einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung
  • Fälschen von Schul- oder Hochschulzeugnissen
  • Veränderung von Fahrzeugscheinen, TÜV-Plaketten oder Umweltplaketten
  • Verwenden eines fremden Kfz-Kennzeichens
  • Preisschilder austauschen
  • Verwenden gefälschter Medikamentenrezepte

Unterschriftenfälschung und Dokumentenfälschung

Eine Unterschriftenfälschung stellt regelmäßig eine Urkundenfälschung dar, wenn dies zur Täuschung im Rechtsverkehr erfolgt. Die Strafe für Unterschriftenfälschung ist daher identisch mit der Strafe für Urkundenfälschung. Entscheidend ist, ob die Unterschrift eine rechtserhebliche Bedeutung hat – etwa bei Verträgen, Vollmachten oder Zeugnissen.

Auch Dokumentenfälschung ist regelmäßig als Urkundenfälschung zu bewerten. Dokumentenfälschung Strafe: Diese richtet sich ebenfalls nach dem konkreten Einzelfall, dem Ausmaß und dem Motiv.

Was ist eine zusammengesetzte Urkunde?

Eine zusammengesetzte Urkunde liegt vor, wenn eine Urkunde mit einem anderen Gegenstand fest verbunden wird und sich hierdurch eine sogenannte Beweiseinheit ergibt.

Zusammengesetzte Urkunde Beispiele:

  • Kennzeichen + Fahrzeug: Diese Verbindung soll erklären, dass dieses Fahrzeug mit diesem Kennzeichen zugelassen ist.
  • Preisschild + Ware: Diese Verbindung soll erklären, dass diese Ware den genannten Preis hat
  • Etikett + Gegenstand: Diese Verbindung soll die Zugehörigkeit oder Identifizierung des Gegenstands ermöglichen (z.B. Etikett an Blut- oder Urinprobe)

Urkundenfälschung Verjährung?

Die Verjährungsfrist bei Urkundenfälschung beträgt fünf Jahre. Wird die Urkundenfälschung banden- und gewerbsmäßig begangen beträgt die Verjährungsfrist zehn Jahre. Das bedeutet: Wenn innerhalb dieses Zeitraums kein rechtskräftiges Urteil ergeht, darf die Tat nicht mehr verfolgt werden.

Allerdings kann die Verjährung unterbrochen werden – zum Beispiel durch:

  • die erste Vernehmung des Beschuldigten,
  • den Erlass eines Strafbefehls,
  • oder die Erhebung der Anklage.

In der Praxis sollte man sich also nicht auf eine baldige Verjährung verlassen, da viele Umstände die Verjährung unterbrechen können. Stattdessen sollte mit einem Anwalt für Strafrecht eine individuelle Verteidigungsstrategie verfolgt werden.

Vorladung wegen Urkundenfälschung – was tun?

Wenn Sie eine Vorladung als Beschuldigter wegen Urkundenfälschung erhalten haben, gilt: Nicht ohne vorherige anwaltliche Beratung zur Vernehmung erscheinen. Dazu sind Sie weder verpflichtet, noch kann Ihnen dies nachteilig ausgelegt werden.

Viele Betroffene machen den Fehler, an einer Vernehmung der Polizei teilzunehmen, um die Sache aufzuklären oder schnell „vom Tisch“ zu bekommen. In der Regel schadet das jedoch mehr, als es nützt. Erst nach Akteneinsicht lässt sich klären, was Ihnen genau vorgeworfen wird und welche Beweise vorliegen.

Mehr Informationen finden Sie unter: Vorladung als Beschuldigter

Wie hilft ein Strafverteidiger im Ermittlungsverfahren?

Ein Strafverteidiger kann bereits im Ermittlungsverfahren entscheidend Einfluss nehmen. Er beantragt Akteneinsicht, prüft die Beweise und klärt, ob tatsächlich eine Urkundenfälschung vorliegt und ob es Möglichkeiten gibt, eine Einstellung des Verfahrens ohne Gerichtsverhandlung und ohne Eintragung im Führungszeugnis zu erwirken.

Wenn Sie bereits einen Strafbefehl erhalten haben, unterstützt der Anwalt Sie beim Vorgehen gegen Strafbefehl. Mehr dazu unter: Strafbefehl

Gerade bei Ersttätern lässt sich mit einer erfahrenen Verteidigung oft eine Einstellung wegen Geringfügigkeit oder gegen eine Geldauflage erreichen.

ZUM AUTOR DES TEXTES

Der Autor Jonas Meese ist Rechtsanwalt bei NEMO Strafverteidiger. Die Kanzlei sitzt in Hamburg und vertritt bundesweit Mandanten auf dem Gebiet des Strafrechts. Jonas Meese verfügt über mehrjährige Erfahrung als Strafverteidiger und bereitet als Dozent für Strafrecht Juristen auf ihr Staatsexamen vor.

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View Beleidigung

Beleidigung

Bußgeldkatalog bei Beleidigung?

Alexander Schlüter
12.15.2025
·
5 Min.
Lesedauer

Was fällt unter Beleidigung?

Unter den Tatbestand der Beleidigung fällt jede Äußerung, die die Ehre eines anderen Menschen angreift. Das kann durch Worte, Gesten oder Handlungen geschehen. Entscheidend ist nicht, ob Sie „die Wahrheit“ sagen, sondern ob Ihre Äußerung als ehrverletzend gilt.

Was sind Beispiele für eine Beleidung?

  • Der Mittelfinger oder das „Vogel zeigen“ im Straßenverkehr sind klassische Beleidigungen
  • Auch durch digitale Kommunikation (WhatsApp, Instagram, Facebook) kann eine Beleidigung geäußert werden
  • Eine Beleidigung auf sexueller Grundlage liegt bei anzüglichen Bemerkungen oder Gesten vor, wenn sie objektiv als Herabwürdigung zu verstehen sind.
  • Eine Beamtenbeleidigung gibt es im Gesetz nicht: Wer einen Beamten beschimpft, wird genauso bestraft, wie bei einer „normalen“ Beleidigung.

Wird jede Beleidigung verfolgt?

Die Strafverfolgung erfolgt bei Beleidigung nur bei einem sogenannten Strafantrag des Verletzten. Das heißt: Nur wenn der Betroffene selbst einen Antrag auf Strafverfolgung stellt, wird gegen Sie ermittelt. Dieser Strafantrag muss innerhalb von drei Monaten gestellt werden.

Strafe bei Beleidigung

Die Strafe bei Beleidigung kann betragen:

  • Geldstrafe
  • Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr im Normalfall
  • Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren, wenn  die Beleidigung öffentlich, in einer Versammlung, durch Verbreiten eines Inhalts oder mittels einer Tätlichkeit begangen wird

Bußgeldkatalog: Für welche Beleidigung gibt es welche Strafe?

Es gibt keinen „Bußgeldkatalog“ für verschiedene Beleidigungen. Die konkrete Strafe hängt immer von dem jeweiligen Kontext der Äußerung ab. Sie wird in Tagessätzen bemessen.

Daumenregel: Monatliches Nettoeinkommen geteilt durch 30 = ein Tagessatz.

Auch wenn es keinen festen Bußgeldkatalog gibt, geben diese Urteile einen Überblick, wie viele Tagessätze von Gerichten festgesetzt wurden:

Tat Der Angeklagte beleidigte mit den Worten „Dreckspack“ und „Arschloch“.
Strafe 50 Tagessätze Geldstrafe
Gericht Amtsgericht Mönchengladbach (2017)
Tat Der Angeklagte bezeichnete einen Richter als „Volksverräter“.
Strafe 100 Tagessätze Geldstrafe
Gericht Amtsgericht Frankfurt am Main (2021)
Tat Eine angehende Polizistin beleidigte einen Kollegen in zwei Fällen rassistisch, unter anderem mit Affengesten.
Strafe 120 Tagessätze Geldstrafe
Gericht Amtsgericht Berlin-Tiergarten (2024)
Tat Der Angeklagte beleidigte im Internet Politiker mit Hasskommentaren.
Urteil 110 Tagessätze
Gericht Amtsgericht Detmold (2023)
Tat Der Angeklagte (Taxifahrer) zeigte im Straßenverkehr einen Mittelfinger.
Strafe 50 Tagessätze
Gericht Amtsgericht München (2015)

Wichtig: Je nach Höhe des Tagessatzes kann die Strafe sehr empfindlich ausfallen. In einem presseträchtigen Fall am Amtsgericht Hamburg-Mitte wurden ein Angeklagter für eine Beleidigung im Straßenverkehr zu 30 Tagessätzen Geldstrafe verurteilt und die Tagessatzhöhe auf 2.000€ festgesetzt, da der Angeklagte ein sehr hohes Einkommen hatte. Die Gesamtstrafe betrug also 60.000€.

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Wird Beleidigung ins Führungszeugnis eingetragen?

Eine Verurteilung oder ein Strafbefehl wegen Beleidigung wird ins Führungszeugnis eingetragen, wenn Vorstrafen bestehen oder wenn die Strafe über 90 Tagessätze beträgt. Dies kann gravierende Folgen für Jobwahl bzw. Beamtenlaufbahn haben. Aber auch unterhalb der Grenze von 90 Tagessätzen wird die Verurteilung ins Bundeszentralregister eingetragen.

Oberstes Ziel eines Anwalts für Strafrecht ist daher, dass das Verfahren ohne Gerichtsverhandlung und ohne Eintrag ins Führungszeugnis eingestellt wird.

Vorladung wegen einer Beleidigung

  • Keine Aussage ohne Anwalt: als Beschuldigter sind Sie nicht verpflichtet, Angaben zur Sache zu machen. Viele versuchen, die Situation durch eine Erklärung zu entschärfen, und verschlimmern sie dadurch nur.
  • Beauftragen Sie einen Anwalt für Strafrecht. Wir helfen Ihnen gerne! Jeder Kontakt zur Polizei und der Staatsanwaltschaft sollte nur über einen Anwalt erfolgen.
  • Ein Rechtsanwalt kann die Ermittlungsakte einsehen. Daraus ergibt sich, was Ihnen konkret vorgeworfen wird.
  • Frühzeitige Verteidigung zahlt sich aus. Je früher ein erfahrener Strafverteidiger eingeschaltet wird, desto größer sind die Chancen, das Verfahren ohne Anklage zu beenden, z.B. mit einer Verfahrenseinstellung mangels Tatverdachts oder gegen eine geringe Geldauflage.

ZUM AUTOR DES TEXTES

Der Autor Alexander Schlüter ist Rechtsanwalt bei NEMO Strafverteidiger. Die Kanzlei sitzt in Hamburg und vertritt bundesweit Mandanten auf dem Gebiet des Strafrechts. Alexander Schlüter ist Volljurist, studierter Betriebswirt und unterrichtet Strafrecht als Lehrbeauftragter der Universität Hamburg.

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Bedrohung

Anzeige wegen Bedrohung: Alles Wichtige

Jonas Meese
12.15.2025
·
5 Min.
Lesedauer

Anzeige wegen Bedrohung – was bedeutet das?

Wenn Sie eine Anzeige wegen Bedrohung erhalten haben, wird Ihnen vorgeworfen, eine andere Person mit der Begehung einer gegen ihn oder eine ihm nahestehende Person gerichteten rechtswidrigen Tat gegen die sexuelle Selbstbestimmung, die körperliche Unversehrtheit, die persönliche Freiheit oder gegen eine Sache von bedeutendem Wert bedroht zu haben (§ 241 Abs. 1 StGB).

Beispiele aus der Praxis:

  • Drohung, die Reifen eines Fahrzeugs aufzustechen (wenn Schaden über 750 € droht)
  • Drohung, jemanden zu schlagen (auch mit Baseballschläger oder Teleskopschlagstock)
  • Drohung, die Kinder der anderen zu schlagen.

Die Drohung muss konkret und ernst gemeint erscheinen. Flapsige Aussagen oder Übertreibungen im Streit sind nicht automatisch strafbar. Die Rechtsprechung verlangt, dass der Bedrohte die Ankündigung als ernsthafte Gefahr wahrnimmt. Irrelevant ist jedoch, ob die Drohung tatsächlich ernst gemeint war.

DROHUNG MIT VERBRECHEN (§ 241 ABS. 2 STGB)

Handelt es sich bei dem angedrohten Handeln um ein Verbrechen, greift ein höherer Strafrahmen (Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren). Verbrechen sind alle Straftaten, die mit mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe bedroht sind (z.B. Mord, Totschlag oder Raub).

Beispiele aus der Praxis:

  • Drohung, jemanden „abzustechen“
  • „Wenn du das nochmal sagst, bringe ich dich um!“
  • Drohung, ein Gebäude „abzufackeln“

VORTÄUSCHEN EINES VERBRECHENS (§ 241 ABS. 3 STGB)

Strafbar ist auch, ein Verbrechen vorzutäuschen, auf das der Täter keinen Einfluss (mehr) hat. Nicht umfasst ist allerdings, wenn ein solches Verbrechen tatsächlich geplant ist oder bevorsteht.

Beispiele aus der Praxis:

  • Vortäuschen, eine Bombe versteckt zu haben, die jeden Moment explodieren könne.
  • Vortäuschen, dass jemand anderes den Adressaten töten werde.

Welche Strafe bei Bedrohung?

§ 241 StGB droht Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr, bei Bedrohung mit einem Verbrechen bis zu zwei Jahren an.

Wie hoch ist die Geldstrafe bei Bedrohung?

Die Geldstrafe richtet sich nach der Schwere des Vorwurfs und dem persönlichen Einkommen. Das monatliche Netto-Einkommen durch 30 dividiert ergibt die Höhe eines Tagessatzes. Die folgenden Faktoren bestimmen die Anzahl der Tagessätze:

  • Motiv und Hintergrund (z. B. Beziehungsstreit, Nachbarschaftskonflikt)
  • Ob Waffen oder gefährliche Gegenstände eine Rolle spielten
  • Ob die Drohung öffentlich oder in sozialen Medien erfolgte
  • Ob sich der Beschuldigte entschuldigt oder den Schaden wiedergutmacht

Bei Ersttätern werden häufig zwischen 30 und 120 Tagessätzen verhängt. Ab 90 Tagessätzen erfolgt regelmäßig eine Eintragung im Führungszeugnis.

Bedrohung Strafmaß – Geldstrafe oder Einstellung möglich?

Das Strafmaß bei Bedrohung und die Chancen für eine Einstellung des Verfahrens hängen von vielen Faktoren ab:

  • Vorstrafen
  • Art der Drohung (z.B. Morddrohung oder Drohung mit einer Körperverletzung)
  • Reaktion des Opfers
  • Verhalten nach der Tat

Gerade im Ermittlungsverfahren kann ein erfahrener Verteidiger mit der richtigen Strategie darauf hinwirken, dass das Verfahren eingestellt wird, insbesondere, wenn die Bedrohung im Affekt oder Streit gefallen ist.

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Was passiert nach einer Anzeige wegen Bedrohung?

Eine Anzeige wegen Bedrohung führt in der Regel zur Einleitung eines Ermittlungsverfahrens. Die Polizei nimmt den Sachverhalt auf, befragt Zeugen und verschickt anschließend häufig eine Vorladung als Beschuldigter.

Wer diese erhält, sollte nicht zur Polizei gehen und keine schriftliche Aussage tätigen, bevor ein Strafverteidiger Akteneinsicht genommen hat. Nur aus der Akte geht hervor, was Ihnen genau vorgeworfen wird und welche Beweise existieren.

Viele Beschuldigte denken, sie könnten den Vorwurf „aufklären“, indem sie ihre Sicht schildern. In der Praxis führt das jedoch oft zu Selbstbelastungen, die später kaum zu korrigieren sind.

Weitere Informationen finden Sie unter: Ablauf des Strafverfahrens.

Anwalt bei einer Anzeige wegen Bedrohung?

Ein erfahrener Strafverteidiger kann bereits im Ermittlungsverfahren entscheidend eingreifen:

Der Verteidiger erhält Einsicht in die Ermittlungsakte. Auf dieser Grundlage kann er einschätzen, ob eine Einstellung des Verfahrens realistisch ist oder ob eine Verteidigung vor Gericht vorbereitet werden muss.

In vielen Fällen lässt sich eine Einstellung nach § 153a StPO erreichen, z.B. gegen Zahlung einer Geldauflage. Das Verfahren wird dann ohne Gerichtsverhandlung und Eintragung im Führungszeugnis abgeschlossen.

Haben Sie bereits einen Strafbefehl, ist schnelles Handeln erforderlich. Innerhalb von zwei Wochen kann Einspruch eingelegt werden – andernfalls wird der Strafbefehl rechtskräftig. Ein Strafverteidiger prüft, ob sich ein Einspruch lohnt oder ob eine mildere Lösung erreichbar ist.

ZUM AUTOR DES TEXTES

Der Autor Jonas Meese ist Rechtsanwalt bei NEMO Strafverteidiger. Die Kanzlei sitzt in Hamburg und vertritt bundesweit Mandanten auf dem Gebiet des Strafrechts. Jonas Meese verfügt über mehrjährige Erfahrung als Strafverteidiger und bereitet als Dozent für Strafrecht Juristen auf ihr Staatsexamen vor.

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View Betrug

Betrug

Anwalt erklärt Warenkreditbetrug, Warenbetrug und Höhe der Strafe

Jonas Meese
12.15.2025
·
5 Min.
Lesedauer

Was ist Betrug nach § 263 StGB?

Wegen Betruges macht sich strafbar, wer eine andere Person über Tatsachen täuscht, damit jemand aufgrund eines Irrtums eine Vermögensverfügung vornimmt, die den Täter oder jemand anderen rechtswidrig bereichert.

Einfacher gesagt: Betrug liegt vor, wenn jemand durch Täuschung Geld oder einen wirtschaftlichen Vorteil erlangt. Es kommt also immer auf Täuschung – Irrtum – Vermögensverfügung – Schaden an.

Anzeige wegen Betrugs – was kann passieren?

Eine Anzeige wegen Betrugs zieht immer ein Strafverfahren nach sich, in dem die Polizei ermittelt und das Verfahren am Schluss an die Staatsanwaltschaft abgibt. Hierbei erhalten Beschuldigte eine Vorladung von der Polizei.

Die Staatsanwaltschaft entscheidet dann, wie das Ermittlungsverfahren endet: Mit einer Anklage, damit eine öffentliche Gerichtsverhandlung durchgeführt wird, einem Strafbefehl oder mit einer Einstellung, z.B. weil kein hinreichender Verdacht besteht oder wegen Geringfügigkeit.

Selbst ein scheinbar kleiner Vorfall – etwa das verspätete Bezahlen einer Ware – kann mit einer Anzeige wegen Betruges enden, wenn eine Täuschungsabsicht vermutet wird.

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Betrug - Typische Fälle aus der Praxis

Auch wenn kein Verfahren wegen Betruges dem anderen gleicht, kommen folgende Fälle häufig vor:

Eingehungsbetrug

Beim Eingehungsbetrug täuscht jemand bei einem Vertragsabschluss.

Verkäufern wird häufig vorgeworfen, über Mängel oder Eigenschaften eines Kaufgegenstandes getäuscht zu haben.

Beispielsweise könnte ein Fahrzeug als „unfallfrei“ verkauft werden, obwohl Vorschäden bestehen oder der Tacho manipuliert ist. Auch Verkäufern von Immobilien wird häufig vorgeworfen, z.B. über Schimmelbefall, Hausschwamm oder illegale Umbauten getäuscht zu haben. Wird dabei noch eine Urkunde gefälscht (z.B. Echtheitszertifikat einer Uhr), steht zusätzlich der Vorwurf der Urkundenfälschung im Raum.

Käufern wird häufig vorgeworfen, über ihre Zahlungsfähigkeit oder Zahlungswilligkeit getäuscht zu haben.

Einfach gesagt: Wenn eine Person etwas kauft, ohne die Sache bezahlen zu wollen oder zu diesem Zeitpunkt schon weiß, dass sie die Sache nicht bezahlen kann, begeht sie einen Betrug. Das Gericht prüft in diesen Fällen, ob von Anfang an keine Absicht zur Zahlung bestand.

Warenkreditbetrug

Der Vorwurf Warenkreditbetrug betrifft Fälle, in denen Waren auf Rechnung oder Kredit gekauft werden – ohne dass diese am Ende bezahlt werden.

Als Täuschung kommt in Betracht: Das Verschweigen der wirtschaftlichen Lage.
Besonders häufig: Onlinehandel oder kurzfristige Bestellungen in wirtschaftlicher Krise.

Warenbetrug

Beim Warenbetrug wird die Ware nicht oder nur teilweise geliefert, obwohl sie bezahlt wurde. Dies ist häufig der Fall bei Privatverkäufen über Portale wie Kleinanzeigen. Die Ermittlungsbehörden werten hierbei oft Chatverläufe und Kontobewegungen aus.

Besonders häufig trifft der Vorwurf des Betrugs über Kleinanzeigen in der Vergangenheit Unschuldige: Unbekannte Täter kopieren dabei geschickt Kleinanzeigen-Inserate und veranlassen Verkäufer dazu, die Ware an Dritte zu versenden. Dies geschieht häufig unter einem Vorwand, z.B.: „Ich bin gerade nicht zu Hause, aber versende die Ware bitte an meinen Freund.“

Die Ware kommt auf diesem Wege nie beim Käufer an, der dann gegen den Verkäufer mit einer Strafanzeige wegen Warenbetruges vorgeht.

Versenden Sie daher Ware bei privaten Verkäufen ausschließlich an die Person, die auch das Geld überwiesen hat.

Betrug Strafe – welche Strafen drohen nach § 263 StGB?

Die Strafe für Betrug hängt von Schadenshöhe, Vorsatz und Vorstrafen ab:

  • Einfacher Betrug: Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe
  • Gewerbsmäßiger oder bandenmäßiger Betrug: Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren
  • Versuchter Betrug: Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe mit der Möglichkeit der Milderung.

Paragraph 263 StGB Geldstrafe: Höhe?

Die Geldstrafe bei Betrug richtet sich nach dem Tagessatzsystem (§ 40 StGB).
Ein Tagessatz entspricht etwa 1/30 des monatlichen Nettoeinkommens, wobei z.B. Unterhaltsverpflichtungen abgezogen werden können. Heißt: Eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen ist so hoch, wie zwei Monatsgehälter (Netto).

Die Anzahl der Tagessätze richtet sich insbesondere nach folgenden Punkten:

  • Vorstrafen
  • Höhe des Schadens
  • Folgen für das Opfer
  • Professionalität des Vorgehens

Vorladung Betrug – Anwalt einschalten!

Ein erfahrener Strafverteidiger kann bereits im Ermittlungsverfahren Einfluss nehmen. Gerade bei erstmaliger Beschuldigung kann eine Verfahrenseinstellung erreicht werden.

ZUM AUTOR DES TEXTES

Der Autor Jonas Meese ist Rechtsanwalt bei NEMO Strafverteidiger. Die Kanzlei sitzt in Hamburg und vertritt bundesweit Mandanten auf dem Gebiet des Strafrechts. Jonas Meese verfügt über mehrjährige Erfahrung als Strafverteidiger und bereitet als Dozent für Strafrecht Juristen auf ihr Staatsexamen vor.

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View Raub

Raub

Raub & schwerer Raub: Strafen & Jugendstrafrecht

Jonas Meese
12.15.2025
·
5 Min.
Lesedauer

Was ist Raub?

Raub (§ 249 StGB) ist die Kombination aus dem Einsatz von Gewalt oder Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben und einem Diebstahl.

Damit ein Raub vorliegt, muss die Gewalt oder die Drohung mit dem Ziel eingesetzt werden, die Wegnahme der fremden Sache zu ermöglichen. Es kann jedoch auch ausreichen, wenn eine durch Gewalt erzeugte Situation für eine Wegnahme ausgenutzt wird, weil sich der Geschädigte aus Sorge vor weiterer Gewalt nicht gegen die Wegnahme wehrt.

Handeln zwei Personen zusammen, liegt auch dann ein Raub vor, wenn nur eine Person Gewalt anwendet und die andere eine Sache stiehlt.

Wann wird aus einem Raub ein schwerer Raub?

Sobald bestimmte qualifizierende Umstände vorliegen, wird ein einfacher Raub zu einem schweren Raub im Sinne von § 250 Abs. 1 StGB oder sogar zu einem besonders schweren Raub (§ 250 Abs. 2 StGB).

Schwerer Raub

Ein schwerer Raub liegt vor, wenn

  • bei der Tat eine Waffe oder ein anderes gefährliches Werkzeug mitgeführt wird,
  • bei der Tat andere Werkzeuge oder Mittel mitgeführt werden, um den Widerstand einer anderen Person zu verhindern oder zu überwinden,
  • eine andere Person durch die Tat in die Gefahr einer schweren Gesundheitsschädigung gebracht wird oder
  • die Tat als Mitglied einer Bande unter Mitwirkung eines anderen Bandenmitglieds begangen wird.

Es reicht aus, wenn eines dieser Merkmale erfüllt ist. Bei einem bewaffneten Raubüberfall liegt daher, unabhängig von der Verwendung einer Waffe, bereits ein schwerer Raub vor.

Besonders schwerer Raub

Ein besonders schwerer Raub liegt vor, wenn

  • bei der Tat eine Waffe oder ein anderes gefährliches Werkzeug verwendet wird,
  • die Tat als Mitglied einer Bande mit einem anderen Bandenmitglied begangen wird und dabei eine Waffe mitgeführt wird, oder
  • eine andere Person bei der Tat körperlich schwer misshandelt oder durch die Tat in die Gefahr des Todes gebracht wird.

Wird bei einem Raubüberfall mit einer Waffe gedroht oder diese eingesetzt handelt es sich um einen besonders schweren Raub.

(Schwerer) Raub Strafe

Der Strafrahmen für Raub, schweren Raub und besonders schweren Raub im Überblick:

Regelfall minder schwerer Fall
Raub 1–15 Jahre 6 Monate–5 Jahre
Schwerer
Raub
3–15 Jahre 1–10 Jahre
Besonders
schwerer
Raub
5–15 Jahre 1–10 Jahre

Die konkrete Strafe hängt von vielen Faktoren des Einzelfalls, wie z.B. Vorstrafen, Tatfolgen und Nachtatverhalten ab. Auch für Ersttäter drohen allerdings sensible Strafen. Ziel der Verteidigung ist es in der Regel, die Vorwürfe auszuräumen und eine Einstellung mangels Tatverdacht oder einen Freispruch zu erkämpfen. Alternativ kann durch eine Strafmaßverteidigung auf eine Bewährungsstrafe hingewirkt werden, um Ihre Freiheit zu erhalten.

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Strafe für Raub im Jugendstrafrecht

Wenn Jugendliche oder Heranwachsende (14-21 Jahre) wegen Raub oder schwerem Raub beschuldigt werden, gelten abweichend von den Strafrahmen des Strafgesetzbuchs die besonderen Sanktionen im Jugendstrafrecht.

Grundsätzlich gilt: Im Jugendstrafrecht steht nicht die Bestrafung, sondern die Erziehung im Fokus. Dennoch gehören die Raubdelikte zu den schwersten Straftaten, insbesondere schwerer bzw. bewaffneter Raub. Es drohen daher auch für Jugendliche und Heranwachsende Jugendarrest oder Jugendstrafe.

Eine frühzeitige Verteidigung kann hier entscheidend sein. Wir beraten Sie über die Besonderheiten im Ablauf des Jugendstrafverfahrens und entwickeln eine individuelle Verteidigungsstrategie für Ihren Fall.

ZUM AUTOR DES TEXTES

Der Autor Jonas Meese ist Rechtsanwalt bei NEMO Strafverteidiger. Die Kanzlei sitzt in Hamburg und vertritt bundesweit Mandanten auf dem Gebiet des Strafrechts. Jonas Meese verfügt über mehrjährige Erfahrung als Strafverteidiger und bereitet als Dozent für Strafrecht Juristen auf ihr Staatsexamen vor.

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View Allgemeines Strafrecht

Allgemeines Strafrecht

Alle allgemeinen Straftaten, z.B. Diebstahl, Beleidigung, Körperverletzung

Alexander Schlüter
February 18, 2026
·
5 Min.
Lesedauer

Strafrecht - nothing else.

Wir beraten Sie umfassend im Strafrecht. Wir haben uns ausschließlich auf die Verteidigung in diesem Rechtsgebiet konzentriert - seit unserer Ausbildung.

Untergebiete innerhalb des Strafrechts

Zu unserem Beratungsspektrum gehören selbstverständlich neben Sondergebieten (z.B. Jugendstrafrecht, Geldwäsche, Verkehrsstrafrecht, Betäubungsmittelstrafrecht) auch alle Delikte aus dem allgemeinen Strafrecht.

ZUM AUTOR DES TEXTES

Der Autor Alexander Schlüter ist Rechtsanwalt bei NEMO Strafverteidiger. Die Kanzlei sitzt in Hamburg und vertritt bundesweit Mandanten auf dem Gebiet des Strafrechts. Alexander Schlüter ist Volljurist, studierter Betriebswirt und unterrichtet Strafrecht als Lehrbeauftragter der Universität Hamburg.

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View Urkundenfälschung

Urkundenfälschung

Strafe, Ablauf bei Vorladung & mehr

Jonas Meese
February 18, 2026
·
5 Min.
Lesedauer

Was bedeutet Urkundenfälschung?

Die Urkundenfälschung ist in § 267 StGB geregelt. Danach macht sich strafbar, wer

  1. eine unechte Urkunde herstellt,
  2. eine echte Urkunde verfälscht oder
  3. eine unechte oder verfälschte Urkunde gebraucht.

Unecht ist eine Urkunde, wenn der scheinbare Aussteller und der tatsächliche Aussteller voneinander abweichen. Verfälscht ist eine Urkunde, wenn scheinbarer und tatsächlicher Aussteller gleich sind, die Urkunde aber ohne Einverständnis des Ausstellers verändert wurde. Das Verwenden ist strafbar, wenn dies zur Täuschung im Rechtsverkehr erfolgt.

Beispiele:

  • Unterschreiben im Namen einer anderen Person ohne deren Einverständnis
  • Verändern eines ärztlichen Attests oder Medikamentenrezepts.
  • Verwenden eines fremden Kfz-Kennzeichens
  • Veränderung der Noten auf einem Zeugnis

Strafe für Urkundenfälschung?

Die Strafe für Urkundenfälschung ist in § 267 StGB geregelt: Es drohen Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren. In besonders schweren Fällen – z.B. wenn die Fälschung gewerbsmäßig erfolgt oder besonders hohe Schäden verursacht – kann die Strafe noch höher ausfallen.

Wie hoch die Strafe bei Urkundenfälschung im Einzelfall ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • dem Motiv,
  • dem entstandenen Schaden,
  • dem Verhalten nach der Tat,
  • und den persönlichen Verhältnissen des Täters und dessen Vorleben

In der Praxis wird als Strafe für Urkundenfälschung meist eine Geldstrafe verhängt, sofern keine einschlägigen Vorstrafen vorliegen. Bei Ersttätern kann durch frühzeitige anwaltliche Unterstützung eine Einstellung des Verfahrens erwirkt werden.

Urkundenfälschung Geldstrafe – wie hoch?

Die Geldstrafe für Urkundenfälschung hängt vom Einkommen und der Schwere des Vorwurfs ab. Die Gerichte verhängen in einfacheren Fällen häufig Strafen zwischen 30 und 120 Tagessätzen.

Zur Orientierung:

  • Ein Tagessatz entspricht dem (geschätzten) monatlichen Netto-Einkommen geteilt durch 30
  • Ab 90 Tagessätzen erfolgt ein Eintrag im Führungszeugnis

Durch frühzeitige anwaltliche Beratung lässt sich eine Einstellung des Verfahrens oder eine möglichst niedrige Strafe erreichen.

Strafe Urkundenfälschung Ersttäter?

Ersttäter haben meist gute Chancen, dass keine Strafe ausgesprochen wird oder diese im unteren Bereich des Strafrahmens liegt.
In vielen Fällen erreichen Strafverteidiger eine Einstellung des Verfahrens gegen Geldauflage, sodass es gar nicht zu einer Strafe kommt.

Das Gericht berücksichtigt insbesondere:

  • die Motivation hinter der Tat,
  • den Umfang der Vorwürfe,
  • die Folgen der Urkundenfälschung,
  • und ob die Urkunde tatsächlich verwendet wurde.

Eine Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe kommt nur in besonders schweren Fällen oder bei wiederholter Begehung in Betracht.

Urkundenfälschung  – typische Fälle

Urkundenfälschung: Beispiele aus der Praxis:

  • Unterschriftenfälschung zur Täuschung im Rechtsverkehr
  • Verändern eines ärztlichen Attests (z. B. neues Datum eintragen)
  • Manipulieren einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung
  • Fälschen von Schul- oder Hochschulzeugnissen
  • Veränderung von Fahrzeugscheinen, TÜV-Plaketten oder Umweltplaketten
  • Verwenden eines fremden Kfz-Kennzeichens
  • Preisschilder austauschen
  • Verwenden gefälschter Medikamentenrezepte

Unterschriftenfälschung und Dokumentenfälschung

Eine Unterschriftenfälschung stellt regelmäßig eine Urkundenfälschung dar, wenn dies zur Täuschung im Rechtsverkehr erfolgt. Die Strafe für Unterschriftenfälschung ist daher identisch mit der Strafe für Urkundenfälschung. Entscheidend ist, ob die Unterschrift eine rechtserhebliche Bedeutung hat – etwa bei Verträgen, Vollmachten oder Zeugnissen.

Auch Dokumentenfälschung ist regelmäßig als Urkundenfälschung zu bewerten. Dokumentenfälschung Strafe: Diese richtet sich ebenfalls nach dem konkreten Einzelfall, dem Ausmaß und dem Motiv.

Was ist eine zusammengesetzte Urkunde?

Eine zusammengesetzte Urkunde liegt vor, wenn eine Urkunde mit einem anderen Gegenstand fest verbunden wird und sich hierdurch eine sogenannte Beweiseinheit ergibt.

Zusammengesetzte Urkunde Beispiele:

  • Kennzeichen + Fahrzeug: Diese Verbindung soll erklären, dass dieses Fahrzeug mit diesem Kennzeichen zugelassen ist.
  • Preisschild + Ware: Diese Verbindung soll erklären, dass diese Ware den genannten Preis hat
  • Etikett + Gegenstand: Diese Verbindung soll die Zugehörigkeit oder Identifizierung des Gegenstands ermöglichen (z.B. Etikett an Blut- oder Urinprobe)

Urkundenfälschung Verjährung?

Die Verjährungsfrist bei Urkundenfälschung beträgt fünf Jahre. Wird die Urkundenfälschung banden- und gewerbsmäßig begangen beträgt die Verjährungsfrist zehn Jahre. Das bedeutet: Wenn innerhalb dieses Zeitraums kein rechtskräftiges Urteil ergeht, darf die Tat nicht mehr verfolgt werden.

Allerdings kann die Verjährung unterbrochen werden – zum Beispiel durch:

  • die erste Vernehmung des Beschuldigten,
  • den Erlass eines Strafbefehls,
  • oder die Erhebung der Anklage.

In der Praxis sollte man sich also nicht auf eine baldige Verjährung verlassen, da viele Umstände die Verjährung unterbrechen können. Stattdessen sollte mit einem Anwalt für Strafrecht eine individuelle Verteidigungsstrategie verfolgt werden.

Vorladung wegen Urkundenfälschung – was tun?

Wenn Sie eine Vorladung als Beschuldigter wegen Urkundenfälschung erhalten haben, gilt: Nicht ohne vorherige anwaltliche Beratung zur Vernehmung erscheinen. Dazu sind Sie weder verpflichtet, noch kann Ihnen dies nachteilig ausgelegt werden.

Viele Betroffene machen den Fehler, an einer Vernehmung der Polizei teilzunehmen, um die Sache aufzuklären oder schnell „vom Tisch“ zu bekommen. In der Regel schadet das jedoch mehr, als es nützt. Erst nach Akteneinsicht lässt sich klären, was Ihnen genau vorgeworfen wird und welche Beweise vorliegen.

Mehr Informationen finden Sie unter: Vorladung als Beschuldigter

Wie hilft ein Strafverteidiger im Ermittlungsverfahren?

Ein Strafverteidiger kann bereits im Ermittlungsverfahren entscheidend Einfluss nehmen. Er beantragt Akteneinsicht, prüft die Beweise und klärt, ob tatsächlich eine Urkundenfälschung vorliegt und ob es Möglichkeiten gibt, eine Einstellung des Verfahrens ohne Gerichtsverhandlung und ohne Eintragung im Führungszeugnis zu erwirken.

Wenn Sie bereits einen Strafbefehl erhalten haben, unterstützt der Anwalt Sie beim Vorgehen gegen Strafbefehl. Mehr dazu unter: Strafbefehl

Gerade bei Ersttätern lässt sich mit einer erfahrenen Verteidigung oft eine Einstellung wegen Geringfügigkeit oder gegen eine Geldauflage erreichen.

ZUM AUTOR DES TEXTES

Der Autor Jonas Meese ist Rechtsanwalt bei NEMO Strafverteidiger. Die Kanzlei sitzt in Hamburg und vertritt bundesweit Mandanten auf dem Gebiet des Strafrechts. Jonas Meese verfügt über mehrjährige Erfahrung als Strafverteidiger und bereitet als Dozent für Strafrecht Juristen auf ihr Staatsexamen vor.

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Beleidigung

Bußgeldkatalog bei Beleidigung?

Alexander Schlüter
February 18, 2026
·
5 Min.
Lesedauer

Was fällt unter Beleidigung?

Unter den Tatbestand der Beleidigung fällt jede Äußerung, die die Ehre eines anderen Menschen angreift. Das kann durch Worte, Gesten oder Handlungen geschehen. Entscheidend ist nicht, ob Sie „die Wahrheit“ sagen, sondern ob Ihre Äußerung als ehrverletzend gilt.

Was sind Beispiele für eine Beleidung?

  • Der Mittelfinger oder das „Vogel zeigen“ im Straßenverkehr sind klassische Beleidigungen
  • Auch durch digitale Kommunikation (WhatsApp, Instagram, Facebook) kann eine Beleidigung geäußert werden
  • Eine Beleidigung auf sexueller Grundlage liegt bei anzüglichen Bemerkungen oder Gesten vor, wenn sie objektiv als Herabwürdigung zu verstehen sind.
  • Eine Beamtenbeleidigung gibt es im Gesetz nicht: Wer einen Beamten beschimpft, wird genauso bestraft, wie bei einer „normalen“ Beleidigung.

Wird jede Beleidigung verfolgt?

Die Strafverfolgung erfolgt bei Beleidigung nur bei einem sogenannten Strafantrag des Verletzten. Das heißt: Nur wenn der Betroffene selbst einen Antrag auf Strafverfolgung stellt, wird gegen Sie ermittelt. Dieser Strafantrag muss innerhalb von drei Monaten gestellt werden.

Strafe bei Beleidigung

Die Strafe bei Beleidigung kann betragen:

  • Geldstrafe
  • Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr im Normalfall
  • Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren, wenn  die Beleidigung öffentlich, in einer Versammlung, durch Verbreiten eines Inhalts oder mittels einer Tätlichkeit begangen wird

Bußgeldkatalog: Für welche Beleidigung gibt es welche Strafe?

Es gibt keinen „Bußgeldkatalog“ für verschiedene Beleidigungen. Die konkrete Strafe hängt immer von dem jeweiligen Kontext der Äußerung ab. Sie wird in Tagessätzen bemessen.

Daumenregel: Monatliches Nettoeinkommen geteilt durch 30 = ein Tagessatz.

Auch wenn es keinen festen Bußgeldkatalog gibt, geben diese Urteile einen Überblick, wie viele Tagessätze von Gerichten festgesetzt wurden:

Tat Der Angeklagte beleidigte mit den Worten „Dreckspack“ und „Arschloch“.
Strafe 50 Tagessätze Geldstrafe
Gericht Amtsgericht Mönchengladbach (2017)
Tat Der Angeklagte bezeichnete einen Richter als „Volksverräter“.
Strafe 100 Tagessätze Geldstrafe
Gericht Amtsgericht Frankfurt am Main (2021)
Tat Eine angehende Polizistin beleidigte einen Kollegen in zwei Fällen rassistisch, unter anderem mit Affengesten.
Strafe 120 Tagessätze Geldstrafe
Gericht Amtsgericht Berlin-Tiergarten (2024)
Tat Der Angeklagte beleidigte im Internet Politiker mit Hasskommentaren.
Urteil 110 Tagessätze
Gericht Amtsgericht Detmold (2023)
Tat Der Angeklagte (Taxifahrer) zeigte im Straßenverkehr einen Mittelfinger.
Strafe 50 Tagessätze
Gericht Amtsgericht München (2015)

Wichtig: Je nach Höhe des Tagessatzes kann die Strafe sehr empfindlich ausfallen. In einem presseträchtigen Fall am Amtsgericht Hamburg-Mitte wurden ein Angeklagter für eine Beleidigung im Straßenverkehr zu 30 Tagessätzen Geldstrafe verurteilt und die Tagessatzhöhe auf 2.000€ festgesetzt, da der Angeklagte ein sehr hohes Einkommen hatte. Die Gesamtstrafe betrug also 60.000€.

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Wird Beleidigung ins Führungszeugnis eingetragen?

Eine Verurteilung oder ein Strafbefehl wegen Beleidigung wird ins Führungszeugnis eingetragen, wenn Vorstrafen bestehen oder wenn die Strafe über 90 Tagessätze beträgt. Dies kann gravierende Folgen für Jobwahl bzw. Beamtenlaufbahn haben. Aber auch unterhalb der Grenze von 90 Tagessätzen wird die Verurteilung ins Bundeszentralregister eingetragen.

Oberstes Ziel eines Anwalts für Strafrecht ist daher, dass das Verfahren ohne Gerichtsverhandlung und ohne Eintrag ins Führungszeugnis eingestellt wird.

Vorladung wegen einer Beleidigung

  • Keine Aussage ohne Anwalt: als Beschuldigter sind Sie nicht verpflichtet, Angaben zur Sache zu machen. Viele versuchen, die Situation durch eine Erklärung zu entschärfen, und verschlimmern sie dadurch nur.
  • Beauftragen Sie einen Anwalt für Strafrecht. Wir helfen Ihnen gerne! Jeder Kontakt zur Polizei und der Staatsanwaltschaft sollte nur über einen Anwalt erfolgen.
  • Ein Rechtsanwalt kann die Ermittlungsakte einsehen. Daraus ergibt sich, was Ihnen konkret vorgeworfen wird.
  • Frühzeitige Verteidigung zahlt sich aus. Je früher ein erfahrener Strafverteidiger eingeschaltet wird, desto größer sind die Chancen, das Verfahren ohne Anklage zu beenden, z.B. mit einer Verfahrenseinstellung mangels Tatverdachts oder gegen eine geringe Geldauflage.

ZUM AUTOR DES TEXTES

Der Autor Alexander Schlüter ist Rechtsanwalt bei NEMO Strafverteidiger. Die Kanzlei sitzt in Hamburg und vertritt bundesweit Mandanten auf dem Gebiet des Strafrechts. Alexander Schlüter ist Volljurist, studierter Betriebswirt und unterrichtet Strafrecht als Lehrbeauftragter der Universität Hamburg.

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Bedrohung

Anzeige wegen Bedrohung: Alles Wichtige

Jonas Meese
February 18, 2026
·
5 Min.
Lesedauer

Anzeige wegen Bedrohung – was bedeutet das?

Wenn Sie eine Anzeige wegen Bedrohung erhalten haben, wird Ihnen vorgeworfen, eine andere Person mit der Begehung einer gegen ihn oder eine ihm nahestehende Person gerichteten rechtswidrigen Tat gegen die sexuelle Selbstbestimmung, die körperliche Unversehrtheit, die persönliche Freiheit oder gegen eine Sache von bedeutendem Wert bedroht zu haben (§ 241 Abs. 1 StGB).

Beispiele aus der Praxis:

  • Drohung, die Reifen eines Fahrzeugs aufzustechen (wenn Schaden über 750 € droht)
  • Drohung, jemanden zu schlagen (auch mit Baseballschläger oder Teleskopschlagstock)
  • Drohung, die Kinder der anderen zu schlagen.

Die Drohung muss konkret und ernst gemeint erscheinen. Flapsige Aussagen oder Übertreibungen im Streit sind nicht automatisch strafbar. Die Rechtsprechung verlangt, dass der Bedrohte die Ankündigung als ernsthafte Gefahr wahrnimmt. Irrelevant ist jedoch, ob die Drohung tatsächlich ernst gemeint war.

DROHUNG MIT VERBRECHEN (§ 241 ABS. 2 STGB)

Handelt es sich bei dem angedrohten Handeln um ein Verbrechen, greift ein höherer Strafrahmen (Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren). Verbrechen sind alle Straftaten, die mit mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe bedroht sind (z.B. Mord, Totschlag oder Raub).

Beispiele aus der Praxis:

  • Drohung, jemanden „abzustechen“
  • „Wenn du das nochmal sagst, bringe ich dich um!“
  • Drohung, ein Gebäude „abzufackeln“

VORTÄUSCHEN EINES VERBRECHENS (§ 241 ABS. 3 STGB)

Strafbar ist auch, ein Verbrechen vorzutäuschen, auf das der Täter keinen Einfluss (mehr) hat. Nicht umfasst ist allerdings, wenn ein solches Verbrechen tatsächlich geplant ist oder bevorsteht.

Beispiele aus der Praxis:

  • Vortäuschen, eine Bombe versteckt zu haben, die jeden Moment explodieren könne.
  • Vortäuschen, dass jemand anderes den Adressaten töten werde.

Welche Strafe bei Bedrohung?

§ 241 StGB droht Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr, bei Bedrohung mit einem Verbrechen bis zu zwei Jahren an.

Wie hoch ist die Geldstrafe bei Bedrohung?

Die Geldstrafe richtet sich nach der Schwere des Vorwurfs und dem persönlichen Einkommen. Das monatliche Netto-Einkommen durch 30 dividiert ergibt die Höhe eines Tagessatzes. Die folgenden Faktoren bestimmen die Anzahl der Tagessätze:

  • Motiv und Hintergrund (z. B. Beziehungsstreit, Nachbarschaftskonflikt)
  • Ob Waffen oder gefährliche Gegenstände eine Rolle spielten
  • Ob die Drohung öffentlich oder in sozialen Medien erfolgte
  • Ob sich der Beschuldigte entschuldigt oder den Schaden wiedergutmacht

Bei Ersttätern werden häufig zwischen 30 und 120 Tagessätzen verhängt. Ab 90 Tagessätzen erfolgt regelmäßig eine Eintragung im Führungszeugnis.

Bedrohung Strafmaß – Geldstrafe oder Einstellung möglich?

Das Strafmaß bei Bedrohung und die Chancen für eine Einstellung des Verfahrens hängen von vielen Faktoren ab:

  • Vorstrafen
  • Art der Drohung (z.B. Morddrohung oder Drohung mit einer Körperverletzung)
  • Reaktion des Opfers
  • Verhalten nach der Tat

Gerade im Ermittlungsverfahren kann ein erfahrener Verteidiger mit der richtigen Strategie darauf hinwirken, dass das Verfahren eingestellt wird, insbesondere, wenn die Bedrohung im Affekt oder Streit gefallen ist.

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Was passiert nach einer Anzeige wegen Bedrohung?

Eine Anzeige wegen Bedrohung führt in der Regel zur Einleitung eines Ermittlungsverfahrens. Die Polizei nimmt den Sachverhalt auf, befragt Zeugen und verschickt anschließend häufig eine Vorladung als Beschuldigter.

Wer diese erhält, sollte nicht zur Polizei gehen und keine schriftliche Aussage tätigen, bevor ein Strafverteidiger Akteneinsicht genommen hat. Nur aus der Akte geht hervor, was Ihnen genau vorgeworfen wird und welche Beweise existieren.

Viele Beschuldigte denken, sie könnten den Vorwurf „aufklären“, indem sie ihre Sicht schildern. In der Praxis führt das jedoch oft zu Selbstbelastungen, die später kaum zu korrigieren sind.

Weitere Informationen finden Sie unter: Ablauf des Strafverfahrens.

Anwalt bei einer Anzeige wegen Bedrohung?

Ein erfahrener Strafverteidiger kann bereits im Ermittlungsverfahren entscheidend eingreifen:

Der Verteidiger erhält Einsicht in die Ermittlungsakte. Auf dieser Grundlage kann er einschätzen, ob eine Einstellung des Verfahrens realistisch ist oder ob eine Verteidigung vor Gericht vorbereitet werden muss.

In vielen Fällen lässt sich eine Einstellung nach § 153a StPO erreichen, z.B. gegen Zahlung einer Geldauflage. Das Verfahren wird dann ohne Gerichtsverhandlung und Eintragung im Führungszeugnis abgeschlossen.

Haben Sie bereits einen Strafbefehl, ist schnelles Handeln erforderlich. Innerhalb von zwei Wochen kann Einspruch eingelegt werden – andernfalls wird der Strafbefehl rechtskräftig. Ein Strafverteidiger prüft, ob sich ein Einspruch lohnt oder ob eine mildere Lösung erreichbar ist.

ZUM AUTOR DES TEXTES

Der Autor Jonas Meese ist Rechtsanwalt bei NEMO Strafverteidiger. Die Kanzlei sitzt in Hamburg und vertritt bundesweit Mandanten auf dem Gebiet des Strafrechts. Jonas Meese verfügt über mehrjährige Erfahrung als Strafverteidiger und bereitet als Dozent für Strafrecht Juristen auf ihr Staatsexamen vor.

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Betrug

Anwalt erklärt Warenkreditbetrug, Warenbetrug und Höhe der Strafe

Jonas Meese
February 18, 2026
·
5 Min.
Lesedauer

Was ist Betrug nach § 263 StGB?

Wegen Betruges macht sich strafbar, wer eine andere Person über Tatsachen täuscht, damit jemand aufgrund eines Irrtums eine Vermögensverfügung vornimmt, die den Täter oder jemand anderen rechtswidrig bereichert.

Einfacher gesagt: Betrug liegt vor, wenn jemand durch Täuschung Geld oder einen wirtschaftlichen Vorteil erlangt. Es kommt also immer auf Täuschung – Irrtum – Vermögensverfügung – Schaden an.

Anzeige wegen Betrugs – was kann passieren?

Eine Anzeige wegen Betrugs zieht immer ein Strafverfahren nach sich, in dem die Polizei ermittelt und das Verfahren am Schluss an die Staatsanwaltschaft abgibt. Hierbei erhalten Beschuldigte eine Vorladung von der Polizei.

Die Staatsanwaltschaft entscheidet dann, wie das Ermittlungsverfahren endet: Mit einer Anklage, damit eine öffentliche Gerichtsverhandlung durchgeführt wird, einem Strafbefehl oder mit einer Einstellung, z.B. weil kein hinreichender Verdacht besteht oder wegen Geringfügigkeit.

Selbst ein scheinbar kleiner Vorfall – etwa das verspätete Bezahlen einer Ware – kann mit einer Anzeige wegen Betruges enden, wenn eine Täuschungsabsicht vermutet wird.

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Betrug - Typische Fälle aus der Praxis

Auch wenn kein Verfahren wegen Betruges dem anderen gleicht, kommen folgende Fälle häufig vor:

Eingehungsbetrug

Beim Eingehungsbetrug täuscht jemand bei einem Vertragsabschluss.

Verkäufern wird häufig vorgeworfen, über Mängel oder Eigenschaften eines Kaufgegenstandes getäuscht zu haben.

Beispielsweise könnte ein Fahrzeug als „unfallfrei“ verkauft werden, obwohl Vorschäden bestehen oder der Tacho manipuliert ist. Auch Verkäufern von Immobilien wird häufig vorgeworfen, z.B. über Schimmelbefall, Hausschwamm oder illegale Umbauten getäuscht zu haben. Wird dabei noch eine Urkunde gefälscht (z.B. Echtheitszertifikat einer Uhr), steht zusätzlich der Vorwurf der Urkundenfälschung im Raum.

Käufern wird häufig vorgeworfen, über ihre Zahlungsfähigkeit oder Zahlungswilligkeit getäuscht zu haben.

Einfach gesagt: Wenn eine Person etwas kauft, ohne die Sache bezahlen zu wollen oder zu diesem Zeitpunkt schon weiß, dass sie die Sache nicht bezahlen kann, begeht sie einen Betrug. Das Gericht prüft in diesen Fällen, ob von Anfang an keine Absicht zur Zahlung bestand.

Warenkreditbetrug

Der Vorwurf Warenkreditbetrug betrifft Fälle, in denen Waren auf Rechnung oder Kredit gekauft werden – ohne dass diese am Ende bezahlt werden.

Als Täuschung kommt in Betracht: Das Verschweigen der wirtschaftlichen Lage.
Besonders häufig: Onlinehandel oder kurzfristige Bestellungen in wirtschaftlicher Krise.

Warenbetrug

Beim Warenbetrug wird die Ware nicht oder nur teilweise geliefert, obwohl sie bezahlt wurde. Dies ist häufig der Fall bei Privatverkäufen über Portale wie Kleinanzeigen. Die Ermittlungsbehörden werten hierbei oft Chatverläufe und Kontobewegungen aus.

Besonders häufig trifft der Vorwurf des Betrugs über Kleinanzeigen in der Vergangenheit Unschuldige: Unbekannte Täter kopieren dabei geschickt Kleinanzeigen-Inserate und veranlassen Verkäufer dazu, die Ware an Dritte zu versenden. Dies geschieht häufig unter einem Vorwand, z.B.: „Ich bin gerade nicht zu Hause, aber versende die Ware bitte an meinen Freund.“

Die Ware kommt auf diesem Wege nie beim Käufer an, der dann gegen den Verkäufer mit einer Strafanzeige wegen Warenbetruges vorgeht.

Versenden Sie daher Ware bei privaten Verkäufen ausschließlich an die Person, die auch das Geld überwiesen hat.

Betrug Strafe – welche Strafen drohen nach § 263 StGB?

Die Strafe für Betrug hängt von Schadenshöhe, Vorsatz und Vorstrafen ab:

  • Einfacher Betrug: Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe
  • Gewerbsmäßiger oder bandenmäßiger Betrug: Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren
  • Versuchter Betrug: Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe mit der Möglichkeit der Milderung.

Paragraph 263 StGB Geldstrafe: Höhe?

Die Geldstrafe bei Betrug richtet sich nach dem Tagessatzsystem (§ 40 StGB).
Ein Tagessatz entspricht etwa 1/30 des monatlichen Nettoeinkommens, wobei z.B. Unterhaltsverpflichtungen abgezogen werden können. Heißt: Eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen ist so hoch, wie zwei Monatsgehälter (Netto).

Die Anzahl der Tagessätze richtet sich insbesondere nach folgenden Punkten:

  • Vorstrafen
  • Höhe des Schadens
  • Folgen für das Opfer
  • Professionalität des Vorgehens

Vorladung Betrug – Anwalt einschalten!

Ein erfahrener Strafverteidiger kann bereits im Ermittlungsverfahren Einfluss nehmen. Gerade bei erstmaliger Beschuldigung kann eine Verfahrenseinstellung erreicht werden.

ZUM AUTOR DES TEXTES

Der Autor Jonas Meese ist Rechtsanwalt bei NEMO Strafverteidiger. Die Kanzlei sitzt in Hamburg und vertritt bundesweit Mandanten auf dem Gebiet des Strafrechts. Jonas Meese verfügt über mehrjährige Erfahrung als Strafverteidiger und bereitet als Dozent für Strafrecht Juristen auf ihr Staatsexamen vor.

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Raub

Raub & schwerer Raub: Strafen & Jugendstrafrecht

Jonas Meese
February 18, 2026
·
5 Min.
Lesedauer

Was ist Raub?

Raub (§ 249 StGB) ist die Kombination aus dem Einsatz von Gewalt oder Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben und einem Diebstahl.

Damit ein Raub vorliegt, muss die Gewalt oder die Drohung mit dem Ziel eingesetzt werden, die Wegnahme der fremden Sache zu ermöglichen. Es kann jedoch auch ausreichen, wenn eine durch Gewalt erzeugte Situation für eine Wegnahme ausgenutzt wird, weil sich der Geschädigte aus Sorge vor weiterer Gewalt nicht gegen die Wegnahme wehrt.

Handeln zwei Personen zusammen, liegt auch dann ein Raub vor, wenn nur eine Person Gewalt anwendet und die andere eine Sache stiehlt.

Wann wird aus einem Raub ein schwerer Raub?

Sobald bestimmte qualifizierende Umstände vorliegen, wird ein einfacher Raub zu einem schweren Raub im Sinne von § 250 Abs. 1 StGB oder sogar zu einem besonders schweren Raub (§ 250 Abs. 2 StGB).

Schwerer Raub

Ein schwerer Raub liegt vor, wenn

  • bei der Tat eine Waffe oder ein anderes gefährliches Werkzeug mitgeführt wird,
  • bei der Tat andere Werkzeuge oder Mittel mitgeführt werden, um den Widerstand einer anderen Person zu verhindern oder zu überwinden,
  • eine andere Person durch die Tat in die Gefahr einer schweren Gesundheitsschädigung gebracht wird oder
  • die Tat als Mitglied einer Bande unter Mitwirkung eines anderen Bandenmitglieds begangen wird.

Es reicht aus, wenn eines dieser Merkmale erfüllt ist. Bei einem bewaffneten Raubüberfall liegt daher, unabhängig von der Verwendung einer Waffe, bereits ein schwerer Raub vor.

Besonders schwerer Raub

Ein besonders schwerer Raub liegt vor, wenn

  • bei der Tat eine Waffe oder ein anderes gefährliches Werkzeug verwendet wird,
  • die Tat als Mitglied einer Bande mit einem anderen Bandenmitglied begangen wird und dabei eine Waffe mitgeführt wird, oder
  • eine andere Person bei der Tat körperlich schwer misshandelt oder durch die Tat in die Gefahr des Todes gebracht wird.

Wird bei einem Raubüberfall mit einer Waffe gedroht oder diese eingesetzt handelt es sich um einen besonders schweren Raub.

(Schwerer) Raub Strafe

Der Strafrahmen für Raub, schweren Raub und besonders schweren Raub im Überblick:

Regelfall minder schwerer Fall
Raub 1–15 Jahre 6 Monate–5 Jahre
Schwerer
Raub
3–15 Jahre 1–10 Jahre
Besonders
schwerer
Raub
5–15 Jahre 1–10 Jahre

Die konkrete Strafe hängt von vielen Faktoren des Einzelfalls, wie z.B. Vorstrafen, Tatfolgen und Nachtatverhalten ab. Auch für Ersttäter drohen allerdings sensible Strafen. Ziel der Verteidigung ist es in der Regel, die Vorwürfe auszuräumen und eine Einstellung mangels Tatverdacht oder einen Freispruch zu erkämpfen. Alternativ kann durch eine Strafmaßverteidigung auf eine Bewährungsstrafe hingewirkt werden, um Ihre Freiheit zu erhalten.

{{orange-cta}}

Strafe für Raub im Jugendstrafrecht

Wenn Jugendliche oder Heranwachsende (14-21 Jahre) wegen Raub oder schwerem Raub beschuldigt werden, gelten abweichend von den Strafrahmen des Strafgesetzbuchs die besonderen Sanktionen im Jugendstrafrecht.

Grundsätzlich gilt: Im Jugendstrafrecht steht nicht die Bestrafung, sondern die Erziehung im Fokus. Dennoch gehören die Raubdelikte zu den schwersten Straftaten, insbesondere schwerer bzw. bewaffneter Raub. Es drohen daher auch für Jugendliche und Heranwachsende Jugendarrest oder Jugendstrafe.

Eine frühzeitige Verteidigung kann hier entscheidend sein. Wir beraten Sie über die Besonderheiten im Ablauf des Jugendstrafverfahrens und entwickeln eine individuelle Verteidigungsstrategie für Ihren Fall.

ZUM AUTOR DES TEXTES

Der Autor Jonas Meese ist Rechtsanwalt bei NEMO Strafverteidiger. Die Kanzlei sitzt in Hamburg und vertritt bundesweit Mandanten auf dem Gebiet des Strafrechts. Jonas Meese verfügt über mehrjährige Erfahrung als Strafverteidiger und bereitet als Dozent für Strafrecht Juristen auf ihr Staatsexamen vor.

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